Colli Euganei – Parco Regionale
Der Geruch trifft dich zuerst. Warme Erde, Weinlaub, irgendwo Holzrauch vom Hang. Dann siehst du es: Mitten in der flachen Poebene ragen diese Hügel auf wie hingeworfen, dunkel und rund, ohne Ankündigung. Kein Übergang, kein Vorgebirge – einfach da. Die Luft ist fünf Grad kühler als unten in Abano. Deine Lungen merken den Unterschied sofort.
Geschichte
Die Römer kannten diese Hügel als Fons Aponi – Quelle des Gottes Aponus. Sie bauten Villen an die Hänge, tranken das heiße Thermalwasser und glaubten, es heile alles. Im Mittelalter galten die Wälder als Hexengebiet – zu dunkel, zu still, zu anders. Francesco Petrarca lebte die letzten Jahre seines Lebens in Arquà Petrarca, einem Dorf mitten in den Hügeln. Er nannte die Landschaft seinen einzigen Trost. Das Haus steht noch. Die Katze, die er liebte, liegt mumifiziert im Eingangsraum.
Erleben
Im April explodieren die Kirschblüten auf dem Monte Venda, dem höchsten Punkt mit 601 Metern. Im Oktober liegt Nebel in den Tälern, die Weinlese läuft, und die Wege riechen nach nassem Laub. Frühmorgens um sieben gehört dir der Pfad auf den Monte Ceva fast allein – Fasane rascheln im Unterholz, kein Lärm von unten. Abends, kurz vor Sonnenuntergang, färbt sich die Ebene bis Venedig orange.
Insider-Tipp
Die Einheimischen aus Abano gehen freitagabends auf den Sentiero dei Poeti – ein markierter Pfad, der Arquà Petrarca mit dem Weiler Valsanzibio verbindet. Kaum ausgeschildert auf den großen Touristenkarten. In Valsanzibio liegt ein Barockgarten, der Villa Barbarigo gehört und an Wochentagen fast leer ist. Wer die Ostseite der Hügel nimmt statt der Westseite, meidet den Großteil des Wochenendverkehrs und findet schattigere Wege durch Kastanienwälder.
Besuchstipp
Feste Schuhe, kein Wanderstab nötig. Drei bis vier Stunden reichen für eine Runde über den Monte Venda und zurück. Starte in Galzignano Terme, nicht in Abano – der Parkplatz an der Kirche Santa Maria ist kostenlos. Nimm etwas zu trinken mit: Brunnen gibt es auf den Hauptwegen kaum. Am Ende sitzt du mit einem Glas Moscato aus dem Tal in der Hand und schaust auf eine Ebene, die bis zum Horizont flach wird.
Häufige Fragen
Brauche ich spezielle Ausrüstung für die Wanderwege?
Nein. Die meisten Wege sind gut befestigt und brauchen nur feste Turnschuhe. Für den Monte Venda-Gipfelpfad empfehlen sich Wanderschuhe mit Profil, besonders nach Regen, weil der Lehmboden glitschig wird.
Kann ich die Hügel direkt von Abano Terme aus zu Fuß erreichen?
Ja. Vom Kurpark in Abano führt ein asphaltierter Weg in etwa 45 Minuten bis an den Fuß des Monte Ceva. Ab dort beginnen die Naturpfade. Kein Auto nötig, wenn du im Kurort übernachtest.
Gibt es etwas zu essen oder zu trinken auf den Wegen?
Auf den Wanderpfaden selbst nichts. Aber in Arquà Petrarca, dem mittelalterlichen Dorf im Hügelzentrum, gibt es zwei kleine Trattorien, die mittags öffnen – darunter die Trattoria La Montanella, die seit Jahrzehnten dieselbe Hauspolenta mit Pilzen serviert.