Aci Trezza – Faraglioni dei Ciclopi
Der Wind riecht nach Salz und verbranntem Stein. Er kommt von Nordosten, fährt durch die Fischernetze und bringt das Rauschen der Wellen mit – ein tiefes, rhythmisches Schlagen gegen schwarzes Lavagestein. Wer am Hafenrand von Aci Trezza steht und aufs Meer blickt, sieht sie sofort: riesige Felsbrocken, die aus dem Wasser ragen wie aufgerichtete Fäuste. Kein Strandbad, kein Sonnenschirm hat sie gebändigt.
Geschichte
Homer lässt Polyphem, den blinden Zyklopen, genau diese Steine werfen. Nach der Antike sagt die Sage: Der geblendete Riese schleuderte Felsen hinter Odysseus' Schiff her und verfehlte ihn knapp. Diese Blöcke – in der Antike als Beweis göttlicher Wut verstanden – formten das Weltbild der griechischen Siedler entlang der Ostküste Siziliens. Noch heute nennt man die Felsgruppe offiziell "Scogli dei Ciclopi". Der Mythos hat eine Adresse.
Erleben
Juni bis August bringt Schnorchler und Tagesausflügler. Wer die Stille will, kommt im März oder Oktober. Dann liegt der Hafen im Morgendunst, die Fischer sortieren ihre Körbe, und die Faraglioni stehen schwarz gegen ein orangefarbenes Licht. Abends, kurz vor Sonnenuntergang, wenn der Ätna im Rücken leuchtet und das Meer vor einem dunkelblau glänzt, verändert sich die Felsgruppe. Sie wirkt größer. Bedrohlicher. Genau so, wie Homer sie beschrieben haben wollte.
Insider-Tipp
Von Aci Trezza aus gibt es Bootsfahrten direkt zwischen die Felsnadeln – nicht die Touristenpier, sondern der kleine Bootsverleiher rechts vom Hafen, nahe der Via Provinciale. Einheimische mieten dort Ruderboote oder Motorboote für zwei Stunden. Zwischen den Felsen tauchen Seeigel auf. Das Wasser ist so klar, dass man den Lavaboden in vier Metern Tiefe sieht. Früh morgens, vor neun Uhr, ist man dort fast allein.
Besuchstipp
Feste Schuhe mitbringen – die Küstenfelsen aus Lavagestein sind scharf und rutschig bei Nässe. Schnorchel lohnen sich von Juni bis September. Zwei Stunden einplanen, plus Bootsfahrt. Stell dir vor: Du sitzt in einem kleinen Boot, der Ätna dampft am Horizont, und ein Felsen so groß wie ein Haus ragt direkt neben dir aus dem Wasser. Das Wasser ist grün. Es ist völlig still.
Häufige Fragen
Kann man bei den Aci Trezza – Faraglioni dei Ciclopi schwimmen oder schnorcheln?
Ja, direkt am Fuß der Felsen gibt es zugängliche Stellen vom Küstenpfad aus. Am besten eignen sich die Badebereiche südlich des Hafens. Das Wasser ist felsig, kein Sandstrand – feste Wasserschuhe sind sinnvoll.
Wie kommt man von Catania zu den Aci Trezza – Faraglioni dei Ciclopi?
Mit dem Bus der Linie Interbus von Catania nach Acireale, Ausstieg in Aci Trezza. Fahrtzeit etwa 30 Minuten. Mit dem Auto gibt es Parkplätze direkt am Hafen, allerdings im Sommer früh morgens anfahren – ab zehn Uhr ist die Zufahrt eng.
Gibt es Eintritt für die Aci Trezza – Faraglioni dei Ciclopi?
Nein, die Felsnadeln sind freies Naturgebiet und kostenlos zugänglich. Die Bootsfahrten zu den Felsen kosten je nach Anbieter zwischen zehn und fünfzehn Euro pro Person für eine Umrundung.
Bildnachweise