Altamura
Altamura liegt in der Region Apulien, eingebettet in die Hügel der Murgia, etwa 45 Kilometer westlich von Bari. Die Stadt ist bekannt für ihre gut erhaltene Altstadt, die von mittelalterlicher Architektur geprägt ist, darunter die beeindruckende Kathedrale Santa Maria Assunta, ein Beispiel für romanische Baukunst. Altamura ist zudem berühmt für ihre traditionelle Brotproduktion, die in der Region einen hohen Stellenwert hat. Diese Merkmale verleihen der Stadt eine charakteristische Identität innerhalb der apulischen Landschaft.
Stadtviertel & beste Gegenden
Altamura ist eine Stadt in der Region Apulien, die historisch aus mehreren Siedlungen entstanden ist, jedoch keine ehemals eigenständigen Gemeinden oder Borghi in der unmittelbaren Umgebung aufweist. Der Stadtkern, bekannt als Centro Storico, zeichnet sich durch enge Gassen und historische Bauten aus, darunter die Kathedrale von Altamura. Die Stadt hat eine funktionale Trennung zwischen dem historischen Zentrum, das touristische Aktivitäten bietet, und den angrenzenden Wohn- und Gewerbegebieten. Wichtige Verkehrsachsen sind die Via Bari und die Via Matera, die eine Anbindung an umliegende Gemeinden gewährleisten. Altamura ist somit ein Ort mit klaren funktionalen Zonen.
Top-Sehenswürdigkeiten
Der Corso di Federico II di Svevia ist die einzige nahezu gerade Achse im Gewirr der Vicoli und führt zur Piazza del Duomo, wo die Cattedrale di Santa Maria Assunta dominiert. Die Kathedrale wurde ab 1232 als Pfalzkapelle Friedrichs II. von Schwaben gegründet. Im Zuge des gotischen Umbaus unter König Robert von Anjou nach 1316 entstand das monumentale Portal mit biblischem Skulpturenzyklus. Das Innere bewahrt einen fünfteiligen Holzchor von Colantonio Bonafida (1543) und ein Steinkrippenwerk von 1587.
Ebenfalls in der Altstadt stehen Reste der Mura Megalitiche di Altamura, ein trocken gefügtes Großsteinwall-System der vorromischen Peuketiersiedlung. Das Teatro Mercadante, 1895–1897 nach Plänen von Vincenzo Striccoli erbaut, zeigt im Hufeisensaal mit vier Logenordnungen einen Theatervorhang mit Friedrich II. In der Umgebung liegen der Pulo di Altamura, eine Karstdoline von über 500 Metern Durchmesser, sowie die Cava di Pontrelli mit rund 12.000 Quadratmetern fossiler Dinosaurierspuren aus der Oberkreide.
Essen & Trinken
Das Brot definiert die Küche der Stadt mehr als jede andere Zutat. Der Pane di Altamura wird aus Hartweizengrieß, Sauerteig, Meersalz und Wasser gebacken und trägt seit 2003 das DOP-Siegel; seine beiden traditionellen Formen heißen u sckuanète (das überkreuzte Brot) und a cappidde de prèvete (der Priesterhut). Altbackenes Brot geht in zwei Gerichten auf: der Ciallédde mit Gemüse und dem Puène quétte, bei dem das Brot mit Gemüse aufgekocht wird. Fleischküche stützt sich auf Schaf – als Cutturìdde mit Kräutern und Gemüse oder als Pecora alla rezzaule, langsam in Tontöpfen gegart. Die Lenticchia di Altamura, eine grün-braune Linse in den Sorten Laird und Eston, trägt seit 2017 das IGP-Siegel. Den Abschluss kann der Padre Peppe setzen: ein Nusslikör, dessen Ursprung der Überlieferung nach auf den Kapuzinermönch Giuseppe Ronchi zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurückgeht.
Hotels & Unterkünfte
Das kompakte Altstadtzentrum rund um die Kathedrale bietet den kürzesten Zugang zu Kathedrale, Palästen und Claustri-Höfen. Die Ferrovie Appulo Lucane-Station fungiert als Netzknoten; seit August 2025 verkehrt ein Shuttle zwischen Bahnhof und Zentrum. Die Stadt zieht Besucher mit Interesse an Archäologie und Mittelalter an; die Auslastung ist gemäßigt. Übernachtungen sind günstig. Im Mai (Fest des Schutzpatrons) und Oktober (Weltbrottag) ist mit höherer Nachfrage zu rechnen.
Kultur & Geschichte
Das Wappenmotto „Federicus me reparavit“ – Friedrich stellte mich wieder her – verankert die Stadt bis heute in der Epoche ihres folgenreichsten Bauherrn. Unter Kaiser Friedrich II. entstand in den 1230er-Jahren eine Neusiedlung auf uraltem Grund; die Kathedrale und das Straßengefüge des Altstadtkerns gehen auf diesen Impuls zurück. Der Komponist Saverio Mercadante, gebürtiger Altamurane, wurde 1895 mit einem eigenen Teatro geehrt, das zu seinem 100. Geburtstag erbaut wurde. Ein weiterer Wendepunkt folgte 1799: In der Parthenopäischen Republik bildete die Stadt unter Führung von Nicola Palomba und Felice Mastrangelo eine Allianz mit der neapolitanischen Republik. Sie wurde von Kardinal Ruffos Sanfedisten belagert und am 10. Mai eingenommen. Das moderne Kostümfest Federicus inszeniert die Epoche Friedrichs II. mit Kostümzügen und Theateraufführungen, während Sant’Irene, Jungfrau und Märtyrerin, am 5. Mai als Schutzpatronin geehrt wird.
Aktivitäten & Attraktionen
Das Gemeindegebiet umfasst mit 12.726 Hektar den größten Anteil aller 13 Kommunen des Parco nazionale dell’Alta Murgia – Karstwanderer stoßen dort auf Dolinen, Schluckgruben und unterirdische Höhlen, die das mesozoische Kalkgestein durchziehen. In der Stadt laden mehrere Museen zum Vertiefen ein: Das Museo nazionale archeologico di Altamura zeigt Funde von der Urzeit bis ins Mittelalter, während Palazzo Baldassarre und das Centro visite Lamalunga das 1993 entdeckte Skelett des Altamura-Menschen (Homo neanderthalensis) in den Mittelpunkt stellen. Das MUDIMA ist in den Matroneenlaufgängen über den Seitenschiffen der Kathedrale untergebracht.
Shopping
Die Einkaufsmöglichkeiten in Altamura umfassen vor allem lokale Märkte und Geschäfte, die regionale Produkte anbieten. Besonders bekannt ist das Brot von Altamura, das mit dem DOP-Siegel ausgezeichnet ist. Handwerkliche Traditionen spiegeln sich in der Produktion von Keramiken und Textilien wider. In der Umgebung befinden sich weitere Orte wie Gravina in Puglia, wo ebenfalls Märkte und lokale Erzeugnisse zu finden sind. Für größere Einkaufszentren empfiehlt sich eine Fahrt nach Bari, wo verschiedene Outlets und Geschäfte eine breitere Auswahl bieten. Die Region bietet somit vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, die lokale Traditionen unterstützen.
Übersicht Shopping in Altamura
Mobilität & Verkehr
Die Strada Statale 96 Barese verbindet die Stadt mit Bari und Gravina in Puglia. Die Ferrovie Appulo Lucane verbinden Altamura seit 1915 mit Bari und Matera; die Regionalstation ist zentral gelegen. Zusätzliche Straßenanbindungen führen nach Matera und zu den Nachbargemeinden. Das historische Zentrum ist kompakt und zu Fuß erreichbar; der Nahverkehr bedient Krankenhaus, Schulen und die Industriezone.
Lage & Umgebung
Auf dem Hochplateau der Murge gelegen, auf knapp 467 Metern über dem Meeresspiegel, formt der Untergrund die Stadt ebenso wie ihre Geschichte: Mesozoische Karbonate lassen kein dauerhaftes Oberflächenwasser entstehen – stattdessen prägen Doline, Schluckgruben und unterirdische Höhlen die Landschaft. Das Gemeindegebiet umfasst 431,38 Quadratkilometer und trägt mit 12.726 Hektar den größten Flächenanteil aller 13 Kommunen des Alta-Murgia-Nationalparks. Das Klima folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten: Januartemperaturen um 6,4 Grad Celsius, Julimittel bei 25,3 Grad, rund 556 Millimeter Niederschlag pro Jahr – mit Maxima in November und Dezember, trockenen Sommern und gelegentlichem Schnee im Winter.
Tipps & Geheimtipps
Die Altstadt durchziehen unregelmäßige kleine Innenhöfe mit alten Brunnenanlagen, die sogenannten Claustri, deren charakteristische Struktur das Altstadtgefüge prägt. Einige tragen eigene historische Namen: der Claustro Giudecca und der Claustro Tradimento. Im Sommer nutzt das Festival dei Claustri genau diese Höfe als Spielorte. Lokal im Umlauf ist auch die Legende des Steuereintreibers Pipino, der nach Überlieferung vom Volk hingerichtet und dessen Oberschenkel an der Porta Matera ausgestellt worden sein soll – zeitgenössische Dokumentation fehlt. Am Stadtrand steht das Santuario Madonna del Buoncammino, Ziel einer Cavalcata am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt.
Fazit
Wer mittelalterliche Stadtarchitektur, prähistorische Fundstätten und eine eigenständige Brotkultur unter einem Dach sucht, findet in dieser Murge-Stadt eine dichte Kombination. Der öffentliche Nahverkehr ist eingeschränkt; wer die Umgebung – den Nationalpark, den Pulo, die Dinosaurierfährten – erkunden will, ist mit eigenem Fahrzeug besser bedient. Das Wappenmotto „Federicus me reparavit“ gilt als Selbstbeschreibung: Eine Stadt, die sich immer wieder neu behauptet hat.