Shopping in Altamura

Morgens läuft hier fast jeder zuerst zum Bäcker – nicht aus Gewohnheit, sondern weil das Brot aus Altamura wirklich anders schmeckt als alles, was man im Supermarkt findet. Die Einkaufstasche abends enthält frisches Fleisch vom Metzger um die Ecke, Gemüse vom Markt oder einem der kleinen Händler im Zentrum, und den Caffè aus der Bar, in der man kurz stehengeblieben ist. Was man hier vergeblich sucht: internationale Modeketten, große Elektronikhändler, ein Shoppingcenter. Wer das braucht, fährt nach Bari.

Einkaufsstraßen

Die Einkaufsachse in Altamura ist der Corso Federico II – keine breite, glamouröse Prachtstraße, sondern eine belebte Stadtgerade, auf der sich zwischen neun und zwölf Uhr das meiste entscheidet. Vor den Schaufenstern der kleinen Modegeschäfte stauen sich die Buggy, drinnen verhandeln Frauen mittleren Alters über Hosenlängen. Die Gärtner kaufen nebenan Werkzeug, Schulkinder schlendern nach dem Unterricht an der Bar vorbei. Wer langsam geht, versteht, wie die Stadt tickt.

Luxus & Designer

Ein gutes Hemd einer bekannten Marke kauft man in Altamura schlicht nicht – jedenfalls nicht mit großem Namen auf dem Label. Wer das will, fährt nach Bari, etwa vierzig Kilometer westlich. Dort gibt es die üblichen Filialen entlang der Via Sparano: Zara, Massimo Dutti, Geox. Die Fahrt dauert mit dem Auto knapp eine Stunde, mit dem Bus länger. Die meisten Altamurani fahren samstags, erledigen alles auf einmal und kommen mittags mit vollen Tüten zurück.

Viertel & Boutiquen

Im Bereich rund um die Kathedrale, in den engen Gassen der Altstadt, gibt es Läden, die kein Schild brauchen. Ein Eisenwarenhändler, dessen Vater denselben Laden hatte. Ein Haushaltswarengeschäft, das Töpfe verkauft, die keiner im Internet bestellt. Besucher laufen daran vorbei, weil die Fassaden nichts versprechen. Einheimische gehen hinein, weil sie wissen, was drinnen ist. Diese Läden öffnen nicht immer pünktlich – aber wenn man klingelt, macht jemand auf.

Märkte & Spezialitäten

Mittwochs und samstags gibt es in Altamura einen Wochenmarkt, aufgebaut auf einem der Plätze im neueren Stadtteil. Die Stände verkaufen Gemüse aus der Murgia, Oliven, Käse, billige Textilien und Haushaltsartikel. Wer früh kommt, findet die besten Tomaten. Die Händler kennen ihre Stammkunden, die Preise werden nicht laut ausgerufen, sondern zwischen Tüte und Wechselgeld besprochen. Wer nach zwölf kommt, findet noch Kisten, aber nicht mehr die Auswahl.

Einkaufszentren & Outlets

Einen Kühlschrank kauft man nicht in Altamura – oder zumindest selten. Die meisten fahren nach Matera, etwa dreißig Kilometer entfernt, oder direkt nach Bari. Dort gibt es die großen Elektronikmärkte und Möbelhäuser mit vollständiger Auswahl. Die Fahrt nach Matera dauert mit dem Auto rund zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten – kurz genug, um es spontan zu machen, aber weit genug, dass man die Fahrt plant. Wer in Altamura kauft, zahlt oft mehr für weniger Auswahl.

Besonderheiten

Das Pane di Altamura ist kein Marketingversprechen – es ist ein EU-geschütztes Produkt mit eigenem Geschmack, gebacken aus hartweizengriess der Murgia-Ebene, mit dicker Kruste und einem Innenleben, das tagelang frisch bleibt. Man kauft es direkt beim Bäcker, nicht verpackt. Einheimische bringen es Verwandten mit, wenn sie zu Besuch fahren. Wer einmal verstanden hat, warum dieser Laib so aussieht wie er aussieht – hoch, rund, golden – kauft danach kein anderes Brot mehr.