Viadotto di Ariccia (Ponte di Ariccia)
Zwei Täler, eine Lücke, sieben Kilometer Umweg. Das war das Problem, das die Papstkirche im 19. Jahrhundert lösen musste, wenn sie die Castelli Romani endlich ans moderne Straßennetz anbinden wollte. Die Lösung schwebt bis heute 59 Meter über dem Vallericcia: ein Brückenbogen aus römischem Tuffstein, so wuchtig und gleichzeitig so leicht, dass man darunter steht und nicht glaubt, was man sieht.
Geschichte
Papst Pius IX. beauftragte den Architekten Virginio Vespignani in der Epoche des Risorgimento mit dem Bau. Die Via Appia Nuova sollte Albano und Ariccia verbinden, ohne den beschwerlichen Abstieg ins Tal. Vespignani schlug zwei übereinanderliegende Arkadengänge vor, gebaut zwischen 1847 und 1854. Das Fundament im weichen Tuffboden galt als riskant. Es hielt. Was niemand voraussah: Die Brücke wurde selbst zur Landmarke, vor der Maler aus ganz Europa Halt machten und ihre Staffeleien aufstellten.
Erleben
Stell dich genau in die Mitte, auf den Gehweg am östlichen Geländer. Unter dir öffnet sich das Vallericcia wie ein grüner Schlund. Der Wind zieht permanent durch die Bögen, auch im Sommer. Was man erst hier begreift: Vespignani hat keine gerade Linie gebaut. Die Brücke folgt einem leichten Bogen im Grundriss, weil das Tal nicht symmetrisch ist. Das spürt man beim Gehen, ohne zu wissen warum.
Insider-Tipp
Kaum jemand kennt den Abstieg auf der Aricianer Seite, der direkt unter den Bögen entlangführt. Ein schmaler Pfad beginnt kurz nach dem Ortseingang von Ariccia, links der Leitplanke, und windet sich in den Talgrund. Von dort schaut man nach oben und versteht, warum Camille Corot 1843 genau diesen Blickwinkel gewählt hat, bevor die Brücke überhaupt stand. Er malte das Tal und ahnte die Brücke voraus. Sein Skizzenbuch liegt im Louvre.
Besuchstipp
Komm morgens gegen acht, wenn der Verkehr auf der Via Appia Nuova noch dünn ist. Du gehst über die Brücke, schaust ins Tal, steigst ab in den Tuffpfad und brauchst dafür insgesamt neunzig Minuten. Bring feste Schuhe mit. Wer danach in Ariccia einen Porchetta-Sandwich isst, versteht, warum dieser Ort seit Jahrhunderten Römer anzieht.
Häufige Fragen
Ist der Viadotto di Ariccia (Ponte di Ariccia) auch nachts zugänglich und gibt es eine Beleuchtung?
Die Brücke ist Teil der öffentlichen Via Appia Nuova und rund um die Uhr begehbar. Abends wird sie dezent angestrahlt, aber der Gehweg ist schmal und schlecht beleuchtet. Tagsüber ist der Besuch sicherer und der Blick ins Tal klarer.
Kann man den Viadotto di Ariccia (Ponte di Ariccia) auch mit dem Auto überqueren?
Ja, die Brücke trägt aktiven Fahrzeugverkehr. Für Fußgänger gibt es einen seitlichen Gehweg, der aber eng ist. Wer wirklich stehenbleiben und schauen will, parkt besser vorher in Ariccia am Piazza di Corte und geht zu Fuß.
Wie weit ist der Viadotto di Ariccia (Ponte di Ariccia) von Rom entfernt und wie kommt man hin?
Etwa 25 Kilometer südöstlich von Rom. Mit dem Auto über die Via Appia Nuova in rund 40 Minuten. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt der Bus der Linie Cotral vom Largo Colli Albani in Rom bis nach Ariccia, Fahrtzeit etwa eine Stunde.
Bildnachweise