Shopping in Camporosso

Brot und Milch holt man morgens beim kleinen Lebensmittelladen im Ort – da kennt die Inhaberin die Stammkunden beim Namen und legt schon beiseite, was sie wissen. Für mehr braucht man das Auto. Ventemiglia liegt zwanzig Minuten entfernt und übernimmt alles, was Camporosso nicht hat: Klamotten, Elektronik, größere Supermärkte. Abends liegt in den Einkaufstaschen hier entweder das Lokale vom kleinen Laden oder das Eingekaufte von dort drüben. Einen Drogeriemarkt sucht man in Camporosso vergeblich.

Einkaufsstraßen

Die Via Braie ist nicht spektakulär – aber an ihr passiert das Meiste. Kein Schaufensterbummel, keine Cafétische auf dem Bürgersteig. Zwischen neun und zwölf Uhr läuft hier, wer etwas erledigen muss: die Rentnerin mit dem Rollwägelchen, der Handwerker, der noch schnell Zigaretten holt. Die Läden sind klein, die Türen stehen offen, drinnen wird geredet. Wer von außen kommt, merkt nicht sofort, dass hier das Zentrum des Alltags ist – es sieht zu unauffällig aus dafür.

Luxus & Designer

Wer ein gutes Hemd oder Markenschuhe kaufen will, fährt nach Sanremo. Das sind dreißig Fahrminuten westwärts, und dort gibt es entlang der Haupteinkaufszone das, was man in Camporosso nicht findet: bekannte Modeketten, Schuhläden mit Auswahl, ein paar elegantere Boutiquen. Die Leute fahren nicht jeden Monat – aber wenn ein Anlass kommt, Hochzeit, Kommunion, Jahrestag, dann macht man einen halben Tag draus. Genua als Alternative existiert, aber dafür braucht man einen vollen Tag und starke Nerven auf der Autobahn.

Viertel & Boutiquen

Im alten Ortskern, abseits der Durchgangsstraße, gibt es einen kleinen Laden, den Besucher schlicht übersehen – kein Schild, das auffällt, keine ausgestellte Ware im Fenster. Einheimische kaufen dort Dinge des täglichen Bedarfs, manchmal auch lokale Produkte, die nicht verpackt und nicht beschriftet sind. Man weiß, dass es ihn gibt, weil jemand im Dorf es einem gesagt hat. Touristen laufen daran vorbei, weil sie keinen Grund haben, diese Gasse überhaupt zu betreten – sie führt nirgendwo hin, außer nach Hause.

Märkte & Spezialitäten

Mittwochmorgens steht in Camporosso ein kleiner Wochenmarkt. Er ist überschaubar – ein paar Stände, Gemüse, Obst, manchmal Kleidung und Haushaltsware. Was auf dem Tisch liegt, kommt aus der Region: Zucchini, Tomaten, Kräuter, je nach Jahreszeit. Die Händler kennen ihre Kundschaft, die Kundschaft kennt die Händler. Wer früh kommt, hat die Auswahl. Wer gegen elf Uhr auftaucht, nimmt, was übrig ist. Für wirklich frisches Gemüse direkt vom Feld fahren manche auch zu Bauern im Hinterland – das kostet Zeit, aber schmeckt anders.

Einkaufszentren & Outlets

Für einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine fährt man nach Ventimiglia oder direkt ins Hinterland Richtung große Einkaufszonen an der Küste. Die nächsten Elektrofachmärkte und Möbelgeschäfte liegen zwischen zwanzig und vierzig Minuten entfernt – je nachdem, ob man Richtung Frankreich oder Richtung Sanremo fährt. Sportschuhe in Auswahl gibt es in Ventimiglia, das auch für viele Einwohner die erste Adresse für größere Anschaffungen ist. Man plant die Fahrt, macht mehrere Besorgungen auf einmal und kommt nicht für eine Kleinigkeit extra.

Besonderheiten

Das Hinterland direkt hinter Camporosso produziert Olivenöl, das man in keinem Supermarkt findet – gepresst bei kleinen Ölmühlen im Nerviatal, abgefüllt in schlichte Kanister, verkauft direkt ab Hof. Einheimische kaufen dort im Herbst nach der Ernte, oft für das ganze Jahr. Wer den richtigen Bauern kennt, bekommt Öl aus Taggiasca-Oliven, mild und fruchtig, wie er an der Küste wächst. Das ist kein touristisches Produkt mit hübschem Etikett – es ist das Öl, das in den Küchen hier tatsächlich benutzt wird.