Chiesa di Santa Maria del Soccorso

Zeitaufwand 20–30 Min
💶 Eintritt kostenlos
📅 Beste Zeit morgens oder spätnachmittags
👥 Besucheraufkommen ganzjährig ruhig

Die Fischer kommen morgens noch immer zuerst. Bevor die Bars aufmachen, bevor der erste Motorino über das Kopfsteinpflaster von Forio rattert, stehen sie vor dem weißen Gemäuer an der Punta del Soccorso und schauen auf das Meer. Nicht aus Gewohnheit. Aus Überzeugung. Diese Kirche auf dem Fels war nie Touristenkirche. Sie war immer Schutzkirche. Für Leute, die wussten, dass das Meer keine Versprechen macht.

Monte Epomeo Panorama Forio Kirche Santa Maria del Soccorso
Panoramablick vom Monte Epomeo auf Forio mit der Kirche Santa Maria del Soccorso am Promontorio © Denghiù, Public domain
Kirche Santa Maria del Soccorso Ischia Forio Foto 2003
Santa Maria del Soccorso in Forio, aufgenommen im Mai 2003 © Andreas Wahra (Wa at de.wikipedia), Public domain

Geschichte

Der Name verrät alles: Soccorso heißt Hilfe, Beistand, Rettung in letzter Not. Im 14. Jahrhundert, tief in der mittelalterlichen Frömmigkeit Süditaliens verwurzelt, entstand hier eine erste Kapelle als Votivgabe überlebender Seeleute. Sie brachten Bilder mit, hölzerne Tafeln, bemalte Wachsfiguren, Dankzeichen für erlebte Wunder auf See. Die Kirche wuchs um diese Opfergaben herum. Die heutige strahlend weiße Fassade mit den schwarzen Lavasteinakzenten stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert, als lokale Barocktradition und volkstümliche Andacht Hand in Hand bauten. Nicht auf Geheiß einer Diözese, sondern auf Drängen der Foriani selbst.

Erleben

Das Innere riecht nach altem Wachs und feuchtem Kalkstein. Die Wände sind bedeckt mit Ex-Voto, kleinen Gemälden auf Holz oder Blech, jedes erzählt eine Katastrophe knapp überlebt: Sturm, Schiffbruch, Absturz, Krankheit. Man liest sie wie eine Chronik des Unglücks mit gutem Ausgang. Das Licht fällt harsch herein, keine Buntglasfenster dämpfen es. Wer mittags kommt, findet die Kirche oft menschenleer. Nur das Meeresrauschen von draußen, gedämpft durch dicke Mauern, füllt den Raum.

Insider-Tipp

Die Ex-Voto-Sammlung umfasst über zweihundert Tafeln, aber die ältesten hängen im hinteren linken Bereich, fast im Schatten. Kein Schild macht darauf aufmerksam. Sie stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und zeigen Schiffe in Seenot mit erschreckend präzisen Details: Takelage, Mannschaft, Wellen in bestimmten Farben. Sonntagsmessen finden um 10 Uhr statt, im Sommer oft mit offenem Portal, sodass der Blick direkt aufs Meer fällt. Das allein ist ein Bild für sich.

Besuchstipp

Komm kurz nach Sonnenaufgang, wenn das Licht noch schräg auf die weiße Außenfassade fällt und das Meer dahinter noch grau ist. Um diese Zeit bist du allein auf dem Felsvorsprung. Schultern bedecken, kurze Hosen besser nicht. Nimm dir Zeit für die Ex-Voto-Tafeln links hinten. Du wirst eine finden, bei der du stehen bleibst und nicht genau weißt warum.

Häufige Fragen

Ist die Chiesa di Santa Maria del Soccorso täglich geöffnet, oder nur zu Gottesdienstzeiten?

Die Chiesa di Santa Maria del Soccorso ist in der Regel tagsüber frei zugänglich, meist zwischen 9 und 12 Uhr sowie am späten Nachmittag. An Sonntagen und Feiertagen gelten die Messzeiten, dann ist der Zugang während des Gottesdienstes auf Mitfeiernde beschränkt. Am sichersten ist ein Besuch gegen 9 Uhr morgens.

Was macht die Ex-Voto-Sammlung in der Chiesa di Santa Maria del Soccorso so besonders gegenüber anderen Votivkirchen in Süditalien?

Die Sammlung ist unrestauriert und vollständig im Originalkontext belassen. Keine Vitrine, kein Museum. Die Tafeln hängen dort, wo sie die Familien aufgehängt haben, teils seit dem 17. Jahrhundert. Diese Unmittelbarkeit findet man in dieser Dichte auf den Inseln kaum noch.

Kann man die Chiesa di Santa Maria del Soccorso auch von außen erleben, wenn die Tür geschlossen ist?

Unbedingt. Die Terrasse auf dem Lavafelsen direkt vor der Kirche gehört zu den besten Plätzen auf Ischia, um den Sonnenuntergang über dem Tyrrhenischen Meer zu beobachten. Viele Foriani kommen abends genau dafür hierher, ganz unabhängig vom Kirchenbesuch.

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