Ausflüge von Matera – Die besten Ziele in der Umgebung
Wer von den Sassi aus in die Umgebung aufbricht, merkt schnell: Die Basilikata ist kein Reiseziel das man durchquert, sondern eines das sich langsam öffnet. Kalkschluchten, Gravinatäler, normannische Klöster auf Hügeln und eine Küche die mit dem Rest Süditaliens wenig zu tun hat. Das Umland ist dünn besiedelt, die Straßen kurvenreich – wer früh losfährt, hat Dörfer wie Montescaglioso oft für sich allein.
⚡ Express-Ausflüge – unter 30 Minuten
Montescaglioso liegt keine 15 Minuten per Auto südöstlich und lohnt sich schon für einen halben Vormittag: Die Benediktinerabtei San Michele dominiert den Hügel und bietet einen weiten Blick über das Agri-Tal. Wer keinen Mietwagen hat, nimmt den Linienbus der SITASUD – der fährt mehrmals täglich ab der Haltestelle Via Lucana. Ferrandina erreicht man in rund 20 Minuten per Auto, das alte Stadtzentrum auf dem Hügel ist von Neapolitaner Architektur aus dem 15. Jahrhundert geprägt.
🕐 Halbtags-Trips – 30 bis 90 Minuten
Altamura ist etwa 40 Minuten per Auto über die SP2 entfernt und hat zwei gute Gründe für einen Besuch: die frühchristliche Kathedrale im Stadtzentrum und das im wahrsten Sinne begehbare paläontologische Erbe – die Dinosaurierspuren im Steinbruch außerhalb der Stadt sind buchbar über das lokale Museo Nazionale. Wer kein Auto hat, nimmt die Ferrovie Appulo Lucane ab Matera Centrale bis Altamura, Fahrtzeit knapp eine Stunde. Ein halber Tag reicht gut.
🗺️ Tagesausflüge – über 90 Minuten
Pisticci und der dahinterliegende Küstenabschnitt bei Metaponto verlangen frühen Aufbruch. Mit dem Auto sind es rund 50 Minuten bis Pisticci, weitere 20 bis zur Küste. Metaponto war eine bedeutende griechische Kolonie – die Tafeln der Heratempel stehen noch aufrecht, das archäologische Museum ordnet den Befund ein. Wer Ginosa miteinschließt, fährt über die SP7 und nimmt die beeindruckend tief eingeschnittene Gravina di Ginosa mit. Dafür braucht man einen ganzen Tag und eigenes Fahrzeug.
🚂 Per Zug
Die Ferrovie Appulo Lucane verbindet Matera Centrale mit Bari in knapp zwei Stunden – ein Zug der langsameren Sorte, aber ohne Stau und mit schöner Aussicht. Tickets kosten um die fünf Euro, Züge fahren mehrmals täglich. Altamura ist die sinnvollste Zwischenstation. Für Ziele wie Metaponto gibt es Anschlüsse über Potenza und Trenitalia, was aber mit Umsteigen verbunden ist. Für Kurzstrecken ins Umland ist der Bus oft praktischer als der Zug.
🚗 Mit Auto oder Roller
Ohne eigenes Fahrzeug bleibt das Umland von Matera weitgehend verschlossen. Ginosa, die Gravina-Schluchten nördlich der Stadt und die Küste bei Metaponto sind mit öffentlichem Verkehr nur umständlich erreichbar. In Matera selbst gilt eine ausgedehnte ZTL-Zone in den Sassi und im historischen Zentrum – Mietwagen parkt man am besten an einem der Parkplätze am Stadtrand, etwa am Belvedere di Murgia Timone auf der anderen Seite der Schlucht. Schilder beachten, Kontrollen sind real.
🔀 Strategische Kombinationsrouten
Route 1 – Normannen und Nudelsuppe: Montescaglioso und zurück
Früh losfahren nach Montescaglioso, die Abtei San Michele in aller Ruhe besichtigen, dann hinunter ins Dorf zum Mittagessen – die Trattoria-Küche dort arbeitet mit Caciocavallo und hausgemachter Pasta. Gegen 14 Uhr Rückfahrt nach Matera, auf Wunsch noch ein kurzer Abstecher zur Gravina di Matera auf dem Rückweg. Alles mit dem Auto, Gesamtfahrzeit unter einer Stunde.Route 2 – Griechisches Erbe und Adriaküste: Altamura und Metaponto
Vormittags per Ferrovie Appulo Lucane nach Altamura, Kathedrale und Markt im Zentrum. Mittagessen in einer der Bäckereien am Corso Vittorio Emanuele – Altamura ist für sein Brot bekannt. Am Nachmittag mit dem eigenen oder gemieteten Auto weiter nach Metaponto, Heratempel und kurzer Strandspaziergang. Rückfahrt über Pisticci, Ankunft in Matera vor dem Abendessen.✅ Do's & Don'ts
Die ZTL in Matera ist keine Empfehlung, sondern wird mit Kameras überwacht – wer mit Mietwagen anreist, sollte die erlaubten Einfahrtzeiten beim Hotel konkret erfragen, nicht raten. Busse ins Umland fahren werktags deutlich häufiger als am Wochenende, samstags reduziert und sonntags teils gar nicht. Wer die Felsenkirchen besichtigen möchte, kauft Kombitickets direkt vor Ort – es gibt kein zentrales Buchungsportal. Für die Gravina-Wanderung braucht man festes Schuhwerk, keine Sandalen.