Die Einkaufstasche am Abend sieht in Paternò meistens so aus: Brot vom Bäcker um die Ecke, Gemüse vom Händler auf dem Platz, Wurst vom Metzger, den die Mutter schon kannte. Der Supermarkt läuft nebenher – für Nudeln, Öl, Reinigungsmittel. Wer ein Paar Jeans braucht oder ein Smartphone, fährt nach Catania. Das ist keine Niederlage, das ist einfach die Abmachung. Paternò versorgt sich selbst beim Frischen, beim Alltäglichen. Alles andere holt man sich aus der Stadt, vierzig Minuten die Straße runter.
Einkaufsstraßen
Die Hauptachse im Ortszentrum – zwischen Piazza Indipendenza und den Gassen rund ums Castello normanno – ist morgens die lauteste Straße der Stadt. Zwischen neun und zwölf schieben sich Frauen mit Trolleys an Obst- und Gemüseständen vorbei, Rentner stehen vor der Bar und trinken ihren zweiten Kaffee, Motorroller parken halb auf dem Gehweg. Die Läden hier sind klein: ein Schreibwarenladen, zwei Bäcker, eine Metzgerei. Wer einkauft, grüßt. Wer nicht grüßt, wird bemerkt.
Luxus & Designer
Wer in Paternò ein Hemd von Zara oder Schuhe von Geox sucht, findet beides nicht. Das sagt hier jeder ohne Bedauern. Man fährt nach Catania – konkret in die Via Etnea oder ins Etnapolis-Center draußen vor der Stadt. Dort gibt es Ketten, Markenshops, mehr Auswahl als man braucht. Die Fahrt dauert keine Stunde. Manche fahren samstags, essen noch Pizza, und kommen am Abend zurück. Das ist kein Ausflug, das ist Alltag. Wer in Paternò Markenklamotten sieht, hat sie meistens nicht hier gekauft.
Viertel & Boutiquen
In den Gassen unterhalb des Normannenturms gibt es Läden, die kein Schild draußen hängen haben. Kein Schild, keine Website, kein Instagram. Eine Frau verkauft hausgemachte Pasta aus dem Erdgeschoss ihres Hauses. Man klingelt, sie öffnet, man kauft. Wer das nicht weiß, läuft vorbei. Diese Läden funktionieren über Mundpropaganda – dein Nachbar schickt dich, du schickst deinen Schwager. Touristen kommen nicht hierher, weil Paternò keine große Touristenstadt ist. Und das, ehrlich gesagt, ist der Grund, warum diese Läden noch existieren.
Märkte & Spezialitäten
Einmal die Woche – ich glaube, es ist mittwochs – gibt es einen kleinen Markt am Rand des Stadtzentrums. Die Tische sind nicht besonders viele, aber was dort liegt, kommt aus der Gegend: Tomaten, Auberginen, Paprika, manchmal Zitrusfrüchte vom Etna-Hang. Ein älterer Mann verkauft Oliven aus einer blechernen Schüssel. Man probiert, man handelt kurz, man kauft. Wer zu spät kommt, findet leere Tische. Wer früh kommt, trifft die halbe Nachbarschaft. Das ist kein touristischer Markt – die Leute, die dort stehen, kochen abends damit.
Einkaufszentren & Outlets
Wer einen Kühlschrank braucht oder Sportschuhe, fährt ins Etnapolis bei Catania – ein großes Einkaufszentrum, das man von der Autostrada aus sieht. Drinnen gibt es Mediaworld, Decathlon, die üblichen Ketten. Die Fahrt von Paternò dauert dreißig bis vierzig Minuten. Viele kombinieren das: Elektrogerät kaufen, beim Decathlon die Laufschuhe für die Kinder anprobieren, auf dem Rückweg Tankstelle. Einige fahren auch direkt in die Geschäfte entlang der Ringstraße von Catania – dort ist es günstiger parken, manchmal auch billiger kaufen.
Besonderheiten
Paternò liegt mitten im größten Zitrusanbaugebiet Siziliens. Das merkt man. Im Herbst und Winter stapeln sich bei den lokalen Händlern Blutorangen und Clementinen, die so aussehen, als hätte sie jemand gerade vom Baum gepflückt – weil genau das passiert ist. Wer einmal Arance di Paternò direkt beim Bauern am Stadtrand gekauft hat, kauft sie nie wieder im Supermarkt. Ein Netz mit fünf Kilo kostet fast nichts. Einheimische kaufen kistenweise für die Familie. Das ist kein Souvenir, das ist stolze Gewohnheit.