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Region Abruzzen
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Provinz Pescara
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Einwohner 116.000
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Flughafen Pescara (PSR)
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Charakter Meer

Pescara

Die Hauptstadt der Provinz Pescara liegt an der Mündung des gleichnamigen Flusses zur Adria und ist der bevölkerungsreichste Gemeindeverband der Region Abruzzen. Das moderne Stadtbild ist das Ergebnis schwerer Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg, die große Teile des Zentrums zerstörten und zum umfassenden Wiederaufbau führten. Gleichzeitig fungiert die Stadt als Sitz regionaler Behörden und Kulturinstitutionen, während die Gebirgsmassive Maiella und Gran Sasso im Hinterland aufragen.

Türkisblaues Mittelmeer
Türkisblaues Mittelmeer

Stadtviertel & beste Gegenden

Für die Orientierung in der Stadt gilt die historische Verwaltungsgliederung in drei Circoscrizioni: Castellammare, Portanuova im mittleren Stadtbereich und Colli im westlichen Hügelrand. Das goldene Palo im Stadtwappen symbolisiert die Vereinigung zweier Stadtteile: der alten Stadt nördlich des Flusses und Castellammare Adriatico im Süden.


Top-Sehenswürdigkeiten

Das Stadtbild Pescaras wird von einigen wenigen Bauten der frühen Moderne geprägt, die den Zweiten Weltkrieg überstanden haben. Im Zentrum steht der Palazzo del Governo auf der Piazza Italia: 1927 von Vincenzo Pilotti errichtet, gliedert seine weiße Steinfassade acht gepaarte Halbsäulen; vier Skulpturen von Guido Costanzo – Bergbau, Landwirtschaft, Meer und Fluss – nennen die wirtschaftlichen Grundlagen der Provinz beim Namen. Entlang des Corso Umberto I gruppieren sich mehrere Jugendstilpaläste: der Palazzo Imperato, der Palazzo Muzii und der Palazzo Verrocchio, letzterer mit rustizierter Fassade und vielgestaltigen Fensteröffnungen.

Die Cattedrale di San Cetteo, 1938 von Cesare Bazzani errichtet, fällt durch ihre neoklassische weiße Steinfassade mit drei Rosetten und grünen kegelförmigen Dachreitern auf. Südlich des Stadtzentrums schließt die Pineta Dannunziana an – über 50 Hektar Pinienwaldschutzgebiet, das größte Grünareal der Stadt.

Essen & Trinken

Prosciutto di Parma in der Salumeria
Prosciutto di Parma in der Salumeria

Die Küche Pescaras basiert auf Fischfang und Hinterland-Viehzucht. Das Brodetto alla pescarese, eine Fischsuppe mit Peperoncino fresco, Knoblauch und Tomate, über Brotscheiben serviert, ist die charakteristische Fischsuppe der Stadt. Daneben stehen Fritto di paranza – kleine Exemplare von Seehecht, Meerbarben und Sardinen, frittiert – sowie Brodetto di cozze e vongole. Der Arrosticino, handgefertigte Schafsspieße von etwa 30 Gramm, stammt aus der abruzzesischen Berglandschaft. Den Abschluss bildet Parrozzo, ein Gebäck aus geriebenen Mandeln mit Bittermandelessenz, Zitronenschale und dunkler Schokoladenhülle. Dazu trinkt man Montepulciano d’Abruzzo, Cerasuolo oder Trebbiano d’Abruzzo – drei DOC-Weine aus regionalen Rebsorten – oder Aurum, einen Pescara-typischen Likör aus Aquavit und Orangenschalen.

Hotels & Unterkünfte

Die Altstadt um die Piazza della Rinascita bietet zentrale Nähe zu Hafen und Strandpromenade. Der Bahnhof Centrale liegt an der Achse zum Meer und ist Endstation der Linea transappenninica Rom-Pescara sowie Haltepunkt der Ferrovia Adriatica. Die Küstenlinie erstreckt sich über 6,8 Kilometer. Das Preisgefüge bewegt sich im mittleren Bereich.

Kultur & Geschichte

Aternum, der römische Handelshafen an der Mündung des Aternus, gab der heutigen Stadt ihren Ursprung – und um das Jahr 1000 n. Chr. einen neuen Namen: Piscaria, wahrscheinlich ein Verweis auf den Fischreichtum des Flusses. Die Festung, die auf byzantinischen und normannischen Fundamenten errichtet wurde, prägte das Stadtbild über Jahrhunderte, bis sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts systematisch abgetragen wurde. Was an Altem übrig geblieben war, vernichteten weitgehend die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs. Der Wiederaufbau nach dem Krieg prägt deshalb das heutige Stadtbild – die Familie Cascella, deren Künstler Pietro Cascella mit dem Brunnen „La Nave“ auf der Strandpromenade vertreten ist, steht für künstlerische Kontinuität in einer zerstörten Stadt.

Aktivitäten & Attraktionen

Rund 40 Kilometer Radwege durchziehen das flache Stadtgebiet und führen bis in die Nachbargemeinden. Die Pineta di Santa Filomena ist seit 1977 als Naturschutzgebiet auf Staatseigentum geschützt und beherbergt eine Auffangstation für Greifvögel unter Leitung der Forstbehörde. Mit dem Parco colle del Telegrafo im Norden finden sich Freiflächen mit Panoramablick über fast das gesamte Stadtgebiet; die Villa De Riseis im mittleren Stadtbereich bietet ebenfalls Grünraum mit sommerlichen Kulturveranstaltungen. Das Museo delle genti d’Abruzzo ist in den Räumen der ehemaligen Festungsanlage untergebracht, einschließlich der Bagni Borbonici aus dem 18. Jahrhundert, und zeigt Artefakte abruzzesischer Alltagskultur von der Vorgeschichte bis zur Industriellen Revolution.

Shopping

Der Fischmarkt in der Hafen-Borgata ist täglich Anlaufstelle für frische Ware. Der Mercato ittico comunale handelt circa 2.500 t Fisch jährlich ab. Traditionelles Handwerk wie Keramikbearbeitung, Stickerei, Spitzenkunde und Eisenskulpturen sind lokal verwurzelt. Süßgebäcke wie Bocconotti, Cicerchiata und Cacionetti zeugen von regionalen Backtradition. Die Provinz verfügt über über 80 Kreditinstitute und große Handelsflächen.

Übersicht Shopping in Pescara

SUP-Paddeln bei Sonnenaufgang
SUP-Paddeln bei Sonnenaufgang
Nordic Walking im Kastanienwald
Nordic Walking im Kastanienwald

Mobilität & Verkehr

Die A14 Adriatica und A25 Strada dei Parchi sind über Superstrada-Systeme in einem Abstand von etwa 35 Kilometern an die Stadt angebunden. Die Ferrovia Adriatica durchquert Pescara als Durchgangsbahnlinie; die Linea transappenninica Rom-Pescara endet hier als Kopfbahnlinie. Fünf Bahnhöfe verteilen sich über das Stadtgebiet, die Stazione di Pescara Centrale ist die großdimensionierte. Der Hafen ist einer der größten Yachthäfen Italiens mit 1250 Bootsliegeplätzen. Die Filoviaria V1, ein Schnellbussystem, verbindet Pescara mit dem nördlich gelegenen Montesilvano; es nutzt das Gelände der früheren Adriatischen Eisenbahn.

Lage & Umgebung

An der Mündung des Flusses Pescara in die Adria gelegen, erstreckt sich das Stadtgebiet entlang einer 6,8 Kilometer langen Küstenlinie. Das Territorium besteht überwiegend aus Tongesteinen mit Alluvialablagerungen, geformt in der Vorsenke des Pliozäns. Nordostwind vom Meer trägt meist dazu bei, dass die Temperaturen im Sommer 35 Grad nicht übersteigen – auf Kosten merklich erhöhter Luftfeuchtigkeit. Seit Ende des 19. Jahrhunderts verändert Küstenerosion die Uferlinie; Phasen des Landverlusts wechseln mit Phasen des Landgewinns. Im Süden schützt die Pineta Dannunziana einen Waldbestand als größtes Grüngebiet der Stadt; im Hintergrund zeichnen sich die Gebirgsmassive Maiella und Gran Sasso ab.

Natürlicher Felsbogen
Natürlicher Felsbogen

Tipps & Geheimtipps

Überwucherter Römer-Aquädukt
Überwucherter Römer-Aquädukt

Ein spätantikes Mosaik, das Ausgrabungen im Jahr 2001 auf der Südgolena ans Licht brachten, wurde um 2012 wieder vergraben – zum Schutz, solange kein Restaurierungsprojekt vorliegt. Ähnlich verborgen sind zwei halbverscharrte Säulen aus antiker Zeit, die in Glaskästen vor der Cattedrale di San Cetteo stehen – Überreste eines Gebäudes aus dem 3. bis 4. Jahrhundert, auf dessen Stelle später die Kirche Santa Gerusalemme errichtet wurde. Auf dem Feld Rampigna am nördlichen Ufer nahe dem Rathaus liegt zudem eine Nekropole des 2. bis 3. Jahrhunderts, über die kaum gesprochen wird.

Fazit

Wer eine moderne Adriastadt ohne historische Kulisse sucht, findet hier eine Stadt, die ihren Charakter aus dem Wiederaufbau bezogen hat – mit Jugendstilpalästen, einem der größten Yachthäfen Italiens und einem Jazzfestival, das seit seiner Gründung 1969 Vorbild für nationale Initiativen ist. Dazu kommen ein Literatur- und Kunstfestival sowie ein Konservatorium. Die Küche der Region nutzt Fischfang von der Adria und Viehzucht aus dem Bergland.