Shopping in Pietrasanta

Morgens um acht steht die halbe Via Mazzini schon vor der Bar – ein Cappuccino, ein Cornetto, dann weiter. Brot kauft man beim Bäcker, nicht im Supermarkt, das ist hier keine Frage. Die Einkaufstasche am Abend: Gemüse vom Markt oder vom Händler um die Ecke, vielleicht ein Stück Käse aus der Salumeria. Einen Kühlschrank, neue Turnschuhe oder ein Markenhemd kauft man nicht hier – dafür fährt man nach Viareggio oder Massa. Das weiß jeder, und niemand beschwert sich darüber.

Einkaufsstraßen

Die Via Mazzini ist die Ader, durch die Pietrasanta täglich pumpt. Keine breite Prachtstraße – ein schmaler Streifen, Kopfsteinpflaster, Läden auf beiden Seiten, die Leute gehen langsam. Zwischen neun und zwölf liefern hier Transporter, Ladenbesitzer schieben Ware auf die Straße, Frauen mittleren Alters stehen vor dem Obst und befühlen jede Tomate einzeln. Ein Elektriker trägt Kabel, ein Tourist fotografiert eine Fassade, jemand ruft quer über die Straße einen Namen. Es riecht nach Kaffee und ofenwarmem Brot.

Luxus & Designer

Wer ein gutes Hemd oder Schuhe einer bekannten Marke sucht, fährt nach Forte dei Marmi – zwölf Minuten mit dem Auto, und eine andere Welt. Dort stehen Boutiquen, die auf den ersten Blick wie Galerien aussehen: weißes Interieur, ein Paar Schuhe im Schaufenster, kein Preisschild. Versace, Prada, lokale Designer mit internationalem Anspruch. Einheimische aus Pietrasanta fahren dort samstagnachmittags hin, wenn sie etwas Besonderes brauchen – oder einfach schauen wollen, was gerade hängt.

Viertel & Boutiquen

Hinter der Piazza del Duomo gibt es eine Gasse, die kein Reiseführer erwähnt. Dort sitzt ein Eisenhändler, der Werkzeug verkauft, das aussieht wie aus einem anderen Jahrhundert. Sein Laden riecht nach Öl und altem Holz. Handwerker kommen dort hin, Bildhauer aus den Ateliers, manchmal jemand, der einen alten Schraubenschlüssel sucht und eine Stunde Gespräch bekommt. Touristen laufen an der Tür vorbei, ohne hineinzuschauen – weil kein Schaufenster lockt und kein Schild wirbt.

Märkte & Spezialitäten

Mittwochs und samstags findet auf dem Piazzale della Repubblica ein richtiger Markt statt. Keine Touristenware – Gemüse aus dem Umland, Käse, Oliven, Arbeitskleidung, billige Haushaltswaren. Ein alter Mann verkauft Kräuter in kleinen Bündeln, eine Frau aus dem Val di Serchio bringt selbstgemachte Pasta. Wer früh kommt, bekommt die besten Tomaten. Wer zu spät kommt, nimmt was übrig ist – und ist trotzdem zufrieden. Die Marktleute kennen ihre Stammkunden beim Namen.

Einkaufszentren & Outlets

Für einen Kühlschrank fährt man nach Viareggio oder nach Massa – beide etwa zwanzig Minuten entfernt. In Viareggio gibt es Elektronikmärkte der üblichen Ketten, in Massa ein großes Einkaufszentrum mit allem, was man für die Wohnung braucht. Die Fahrt lohnt sich, wenn man weiß, was man will – wer vergleichen möchte, fährt zweimal. Sportschuhe kaufen manche inzwischen online und lassen sie liefern. Das ist in Pietrasanta nicht anders als anderswo im ländlichen Toskana.

Besonderheiten

Pietrasanta lebt vom Marmor – und man kann ihn kaufen. In den Ateliers rund um die Via Stagi arbeiten Bildhauer, von denen manche auch kleinere Stücke verkaufen: eine Skulptur, ein Relief, eine Schale aus weißem Carrara-Marmor. Das ist kein Souvenirladen – man klingelt, schaut sich um, spricht mit dem Künstler. Wer ein gutes Gespräch mitbringt, bekommt manchmal ein Stück zu sehen, das noch gar nicht ausgestellt war. Den Marmor in dieser Dichte, dieser Qualität, von diesen Händen – den gibt es nur hier.