Morgens um acht steht die Einkaufstasche aus Stoff bereit, nicht aus Plastik. Die Leute hier kaufen Brot beim Bäcker, Fleisch beim Metzger, Gemüse entweder auf dem kleinen Markt oder direkt beim Bauern. Wer Jeans oder Turnschuhe einer Marke will, fährt nach Matera oder Policoro – das ist keine Niederlage, das ist einfach so. Abends liegt in der Tasche, was man kennt: lokale Pasta, lokales Öl, vielleicht ein Stück Pecorino vom Händler um die Ecke.
Einkaufsstraßen
Die belebte Achse durch das alte Ortszentrum ist kein Prachtboulevard – sie ist eng, leicht abschüssig, und zwischen neun und zwölf Uhr gehört sie den Einheimischen. Rentner grüßen sich vor dem Bar-Eingang, Frauen tragen Taschen aus der Salumeria heraus, ein Mopedfahrer hält kurz, ruft etwas durch das Fenster und fährt weiter. Die Geschäfte hier haben keine Schaufenster-Beleuchtung. Wer weiß, was drinnen ist, geht rein. Wer es nicht weiß, läuft vorbei.
Luxus & Designer
Wer ein gutes Hemd oder Lederschuhe einer bekannten Marke sucht, fährt nach Matera. Die Fahrt dauert etwa vierzig Minuten, und in der Altstadt dort gibt es Geschäfte, die man in Pisticci nicht findet. Matera ist nicht Mailand – aber es gibt dort Läden, in denen man anständig bedient wird und die Auswahl stimmt. Manche fahren auch nach Taranto, besonders wenn es um größere Anschaffungen wie Anzüge oder formelle Schuhe geht. Das plant man dann als halben Tag ein.
Viertel & Boutiquen
Im alten Quartier – dem Teil, der auf dem Hügel liegt und wo die Gassen zu schmal für Autos sind – kaufen Einheimische Dinge, die auf keinem Touristenfoto auftauchen. Ein kleiner Laden verkauft dort Haushaltswaren: Töpfe, Kordeln, Putzmittel in Großpackungen. Wer dort einkauft, kennt den Inhaber beim Namen. Besucher laufen vorbei, weil das Schaufenster nichts Einladendes zeigt. Aber dienstags vormittags stehen dort drei, vier Frauen und reden, während die Ware noch verpackt wird. Das ist der eigentliche Laden.
Märkte & Spezialitäten
Einmal die Woche gibt es einen kleinen Markt in Pisticci – Stände mit Gemüse, etwas Kleidung, Haushaltswaren. Wer früh kommt, findet die besten Tomaten. Wer um elf kommt, nimmt, was übrig ist. Die Verkäufer kennen ihre Stammkunden, und die Stammkunden kennen, welcher Stand das bessere Öl mitbringt. Für frisches Gemüse außerhalb des Markttages gilt: Man kennt jemanden. Einen Bauern, einen Nachbarn mit Garten. In Pisticci ist das keine Ausnahme, das ist die Regel.
Einkaufszentren & Outlets
Wer einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine braucht, fährt ins Gewerbegebiet Richtung Policoro oder nach Metaponto – dort stehen die großen Elektromärkte. Die Fahrt lohnt sich, wenn man weiß, was man will, denn die Auswahl in Pisticci selbst reicht dafür nicht. Für Sportschuhe gilt dasselbe: Matera hat die Filialen, Policoro hat die Lagerhallen mit Angeboten. Manche Leute hier kombinieren das – Kühlschrank kaufen, danach Mittagessen in der Stadt. Man macht einen Tag daraus.
Besonderheiten
Das Aglianico-Traubengebiet liegt direkt vor der Tür, und wer im Herbst die Weine der lokalen Kleinproduzenten kaufen will, kommt hier besser ans Ziel als in jedem Weinladen der Großstadt. Manche Winzer verkaufen direkt ab Hof – kein Schild, kein Webshop, nur eine Telefonnummer, die man sich irgendwann notiert hat. Wer in Pisticci wohnt, weiß, wen man fragen muss. Und der lokale Caciocavallo – der kommt nicht aus dem Supermarkt, sondern von einem Händler, der ihn selbst kennt. Das schmeckt man.