Vesuvio – Parco Nazionale del Vesuvio
Schwefel. Das ist das Erste, was du riechst, bevor du auch nur einen Blick in den Krater wirfst. Ein leises Zischen kommt aus den Felsspalten. Die Luft ist heiß, trockener als unten am Meer. Du stehst auf dem Rand eines Vulkans, der zuletzt 1944 ausgebrochen ist. Nicht in der Antike. Nicht im Mittelalter. 1944. Und er schläft nur.
Geschichte
Die Römer der Antike hielten die Hänge des Vesuvs für fruchtbarstes Ackerland. Kein Wunder – die Asche der Jahrhunderte macht den Boden reich. Spartakus versteckte sein Rebellenheer 73 v. Chr. in den Schluchten des Bergmantels. Dann kam der 24. August 79 n. Chr. Pompeji, Herculaneum, Stabiae – binnen Stunden unter Asche und Glutwolken begraben. Die Neapolitaner verehren den Berg bis heute mit einer Art respektvoller Angst. San Gennaro, ihr Schutzheiliger, soll ihn mehrfach gestoppt haben.
Erleben
Komm im Oktober. Die Touristen-Busse aus dem Hochsommer sind weg. Der Ginster blüht nicht mehr gelb, aber das Licht über dem Golf von Neapel hat diese weiche, orangene Qualität, die fotografiert und doch nicht eingefangen werden kann. Morgens vor zehn ist der Kraterrand fast leer. Du hörst Wind. Du hörst deine eigenen Schritte auf dem Schlackenboden. Unten liegt Neapel wie eine Draufsicht, das Meer silbern dahinter.
Insider-Tipp
Neapolitaner gehen nicht durch den Haupteingang an der Via Vesuvio in Ercolano. Sie nehmen den Sentiero 5, den Weg durch den Wald unterhalb der Baumgrenze – Eichen, Kastanien, Birken, die auf erkalteter Lava wachsen. Dieser Pfad führt durch das, was nach dem Ausbruch von 1944 nachwuchs. Oben kaufen Einheimische beim kleinen Stand vor dem Kassenhäuschen keinen Kaffee aus der Thermoskanne – sie bringen ihren eigenen mit.
Besuchstipp
Feste Schuhe sind keine Empfehlung, sie sind Pflicht. Schlackengestein schneidet durch Turnschuhsohlen. Eine Windjacke auch im Sommer – oben auf 1.281 Metern pfeift es. Zwei Stunden sind das Minimum für Aufstieg, Kraterrand und Abstieg ohne Hetze. Stell dir vor: Du sitzt auf einem Vulkanblock, isst ein Stück Pane e Pomodoro aus dem Rucksack, und sieben Millionen Menschen leben im Umkreis von dreißig Kilometern.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Aufstieg zum Krater im Vesuvio - Parco Nazionale del Vesuvio?
Vom Parkplatz auf etwa 1.000 Metern Höhe bis zum Kraterrand sind es rund 30 bis 40 Minuten zu Fuß. Der Weg ist geschottert und ausgeschildert, aber steil genug, dass du nach den ersten zehn Minuten weißt, warum feste Schuhe wichtig sind.
Ist der Vesuvio - Parco Nazionale del Vesuvio das ganze Jahr geöffnet?
Ja, aber mit saisonalen Öffnungszeiten. Im Sommer öffnet der Kraterbereich ab 9 Uhr, im Winter erst später und schließt früher. Bei starkem Wind oder Gewitter wird der Kraterrand gesperrt – das entscheidet der Nationalparkwächter vor Ort, nicht die Website.
Kann man den Vesuvio - Parco Nazionale del Vesuvio mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen?
Vom Bahnhof Ercolano Scavi fährt ein Shuttlebus direkt auf 1.000 Meter Höhe. Die Fahrt dauert etwa 20 Minuten und ist die entspanntere Alternative zum Mietauto – die Straße hinauf ist eng, die Parksituation oben chaotisch.
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