Shopping in Pompei

Die Einkaufstasche eines Pompei-Bewohners am Abend sieht so aus: Brot vom Bäcker um die Ecke, Mozzarella vom kleinen Käsehändler nahe der Piazza Bartolo Longo, vielleicht ein Paket Pasta aus dem Alimentari. Kleidung fehlt darin – die kauft hier kaum jemand. Wer ein neues T-Shirt braucht, fährt nach Neapel oder nach Torre Annunziata. Pompei versorgt den täglichen Hunger gut, aber wer nach Schaufenstern sucht, schaut schnell auf leere Hauswände.

Einkaufsstraßen

Die Via Sacra ist nicht glamourös – aber sie lebt. Zwischen neun und zwölf schieben sich dort Nonnen, Touristen und Rentner an denselben Ständen vorbei. Andenkenhändler stellen Repliken antiker Figuren auf den Gehweg, direkt daneben sitzt ein Lebensmittelhändler, der Pomodorini San Marzano in Netzen verkauft. Die Einheimischen kennen die Lücken zwischen den Touristenfallen – sie wissen, welcher Stand wirklich gute Oliven hat und welcher nur Gläser mit Etikett verkauft.

Luxus & Designer

Wer ein gutes Hemd kaufen will, fährt nach Neapel. Die Strecke dauert mit dem Zug keine dreißig Minuten – der Circumvesuviana-Bahnhof liegt direkt im Zentrum. In Neapel, auf der Via Toledo oder im Quartier rund um die Piazza dei Martiri, findet man Marken, die in Pompei schlicht nicht existieren. Einige fahren auch nach Salerno, das südlich liegt und ein ruhigeres Einkaufen erlaubt. Pompei selbst hat keine Boutique, die diesen Namen verdient.

Viertel & Boutiquen

Hinter dem Bahnhof, jenseits der Touristenströme, gibt es Läden, die kein Reiseführer erwähnt. Dort verkauft ein Händler Arbeitskleidung – Overalls, Gummistiefel, Schutzhandschuhe. Daneben ein Haushaltswarenladen, vollgestopft bis zur Decke, in dem alte Frauen Pfannen und Plastikschüsseln kaufen. Diese Geschäfte haben keine Schilder auf Englisch. Touristen laufen daran vorbei, weil sie Richtung Ausgrabungen schauen. Einheimische gehen genau hier hin, wenn sie etwas wirklich brauchen.

Märkte & Spezialitäten

Mittwochs und samstags findet in Pompei ein kleiner Wochenmarkt statt. Die Stände stehen auf einem Platz nahe dem Stadtzentrum – Gemüse, Obst, billige Textilien, Haushaltsartikel. Eine alte Frau verkauft dort Basilikum in Töpfen, daneben liegen Auberginen, so dunkel wie Leder. Die Einheimischen kommen früh, gegen acht, wenn die Tomaten noch kühl sind. Wer zu spät kommt, kauft die Reste. Das ist kein pittoresker Bauernmarkt – das ist Einkaufen, wie es hier seit Jahrzehnten läuft.

Einkaufszentren & Outlets

Wer einen Kühlschrank braucht, fährt nach Castellammare di Stabia oder direkt nach Neapel. Dort gibt es große Elektronikmärkte und Möbelketten, die man in Pompei nicht findet. Die Fahrt lohnt sich, wenn der Einkauf groß genug ist – ein Haushaltsgerät, eine Couchgarnitur, neue Sportschuhe einer bekannten Marke. Manche fahren auch zum Centro Commerciale La Cartiera in Pompei selbst, das am Stadtrand liegt und Supermärkte sowie einige Ketten unter einem Dach versammelt. Für Großeinkäufe ist das die erste Adresse der Einheimischen.

Besonderheiten

Die Gegend um Pompei produziert einen Wein, den man anderswo selten findet: Lacryma Christi, gewachsen auf vulkanischem Boden am Vesuv. Manche Winzer verkaufen ihre Flaschen direkt ab Hof, ein paar Kilometer außerhalb der Stadt. Kein Supermarkt-Etikett, kein Touristen-Aufpreis. Dazu kommt der Mozzarella di Bufala aus der nahen Ebene – nicht das Vakuumprodukt, sondern die weiche Kugel, die noch nach Molke riecht. Einheimische kaufen ihn beim Käser, nicht im Supermarkt, und essen ihn am gleichen Tag.