Shopping in Sehenswürdigkeiten Italien und seine 20 Regionen: Dein Reiseführer

Italien ist kein Land – es sind zwanzig. Wer in Palermo einkauft, denkt in anderen Kategorien als jemand in Bozen. In Neapel landet Büffelmozzarella in der Tasche, in der Toskana ein Fläschchen Olivenöl vom Bauern der Nachbargemeinde. Was man hier vergeblich sucht, findet man drei Autostunden entfernt problemlos. Der Alltag entscheidet: Morgens geht die Signora zum Bäcker, mittags zum Metzger, und was fehlt, holt man am Wochenende in der nächsten größeren Stadt.

Einkaufsstraßen

Jede Region hat ihre eigene Hauptader. In Florenz ist es der Bereich rund um die Via Calzaiuoli – dort drängen sich um 10 Uhr Touristen und Einheimische gleichermaßen, Ledertaschen hängen in Schaufenstern, Espresso kostet an der Theke noch einen fairen Preis. In Turin läuft man die Via Roma entlang und betritt die Galleria San Federico – drinnen ist es kühl, draußen laut. Die eigentliche Arbeit passiert aber in den Seitenstraßen: Dort kaufen die Leute, die hier wohnen.

Luxus & Designer

Wer ein gutes Hemd will, fährt nach Mailand. Das machen auch Leute aus Bergamo, aus Brescia, aus Como. Die Via Montenapoleone ist das Ziel, aber die Einheimischen kennen die Parallelstraßen – Via della Spiga, Via Sant'Andrea. Dort stehen keine Reisegruppen vor den Türen. Ein Mailänder kauft sein Sakko bei einem Schneider, dessen Schild man fast übersieht. Wer aus dem Süden kommt, plant einen ganzen Tag ein und fährt mit zwei Tüten zurück.

Viertel & Boutiquen

In Bologna kennen die Einwohner die Läden unter den Arkaden, die keine Schilder auf Englisch haben. Ein Händler verkauft dort seit dreißig Jahren Pasta in zwanzig Formen – freitags kauft man, samstags ist alles weg. In Neapel liegt der Quartiere Spagnoli versteckt hinter dem Touristenstrom der Via Toledo: Enge Gassen, ein Metzger mit handgeschriebener Tafel, eine Frau, die Haushaltsware aus dem Erdgeschoss ihrer Wohnung verkauft. Besucher laufen daran vorbei, ohne es zu merken.

Märkte & Spezialitäten

Der Markt am Ballarò in Palermo beginnt früh und endet laut. Auberginen liegen in Türmen, Fischhändler rufen Preise, die sich jede Stunde ändern. In Florenz funktioniert der Mercato Centrale anders – oben Touristen und Aperol, unten Metzger und Großmütter mit Trolleys. Wer in einem Dorf in Umbrien wohnt, wo kein Markt ist, klingelt beim Bauern am Ortsrand. Freitags stellt er eine Kiste Tomaten vor die Tür, man nimmt, was man braucht, und legt Geld in einen Umschlag.

Einkaufszentren & Outlets

Wer in Sizilien einen Kühlschrank braucht, fährt nach Catania oder Palermo. Wer in der Toskana lebt, kennt die Gewerbegebiete an der Schnellstraße – dort reihen sich Elektronikmärkte, Möbelhäuser und Sportgeschäfte aneinander, kein Marmor, kein Charme, aber alles vorhanden. Die Fahrt lohnt sich einmal im Jahr. Sportschuhe kaufen die Jüngeren ohnehin online – die Lieferung dauert zwei Tage, die Rückgabe manchmal drei Wochen. Das Paket landet beim Nachbarn, wenn man nicht zu Hause ist.

Besonderheiten

Parmigiano Reggiano kauft man nicht im Supermarkt – man kauft ihn beim Käsehändler in Parma, der dir ein Stück abschlägt und erklärt, wie alt es ist. In Venedig bringt man Gästen Muranoglas mit, aber ein echter Venezianer kauft das Glas direkt auf der Insel Murano, beim Glasmacher, nicht im Touristenladen am Rialto. Wer in Kalabrien Bergamotte-Produkte sucht, findet sie in Reggio – Öl, Seife, Marmelade – und nirgendwo sonst in dieser Konzentration und Frische.