Shopping in Sehenswürdigkeiten Italien und seine 20 Regionen: Dein Reiseführer

Italien ist kein Land – es ist zwanzig verschiedene Arten einzukaufen. Wer morgens in Palermo zum Markt geht, schleppt abends Auberginen und gesalzenen Ricotta nach Hause. Wer in Bozen einkauft, legt Speck und Schwarzbrot auf den Tisch. Den perfekten Espresso kauft man nicht im Supermarkt, sondern bei der Bar, die seit 1962 dieselbe Mischung röstet. Was man hier vergeblich sucht: einen einzigen Laden, der für ganz Italien steht.

Einkaufsstraßen

Jede Region hat ihre eigene Einkaufsachse. In Florenz drängeln sich die Leute durch die Via dei Calzaiuoli zwischen Dom und Piazza della Signoria – eng, laut, immer voll. In Neapel läuft das echte Leben in den Gassen der Quartieri Spagnoli ab, nicht auf der Via Toledo, die Touristen gehört. Dienstagvormittag, neun Uhr: Frauen mit Stofftaschen, Männer beim Zeitungsstand, eine Schlange vor dem Bäcker. Das ist die Straße, die zählt.

Luxus & Designer

Wer in seiner kleinen Stadt kein Designerhemd findet, fährt nach Mailand. Die Via Montenapoleone hält, was sie verspricht: Gucci, Prada, Armani auf hundert Metern. Alternativ gibt es Outlet-Dörfer – Serravalle Scrivia bei Alessandria ist eines der größten, zwei Stunden von Mailand entfernt. Dort kauft der Römer seine Schuhe, der Venezianer seinen Mantel. Was er zuhause nicht bekommt: diese Dichte, diese Auswahl, diesen Preis nach Rabatt.

Viertel & Boutiquen

In Bologna kennt jeder Einheimische die Markthallen der Quadrilatero – das Viertel zwischen Via Rizzoli und Via Castiglione. Dort kauft der Koch seinen Mortadella direkt beim Händler, der seit vierzig Jahren denselben Stand hat. Besucher laufen durch, machen ein Foto, gehen weiter. Einheimische verhandeln den Preis für zwei Kilo Parmigiano. Diese Läden haben kein Schild auf Englisch. Das ist kein Zufall.

Märkte & Spezialitäten

Catanias Markt am Hafen, der Mercato della Pescheria, startet kurz nach Sonnenaufgang. Fischer rufen, Tintenfische liegen auf Eis, ältere Frauen prüfen den Fisch mit der Hand – nicht mit den Augen. In Städten ohne Markt, wie manchen Bergdörfern der Basilicata, klingelt man beim Bauern nebenan oder wartet auf den Kleintransporter, der mittwochs kommt und Tomaten aus dem Tal bringt. Supermarkt ist die letzte Option, nicht die erste.

Einkaufszentren & Outlets

Wer in Perugia einen neuen Kühlschrank braucht, fährt zur Peripherie der Stadt – dort stehen die großen Elektronikmärkte an Ausfallstraßen, die man nur mit Auto erreicht. Die Fahrt dauert zwanzig Minuten, der Parkplatz ist gratis, das Angebot ist groß. Der Unterschied zu Deutschland: man verhandelt. Nicht laut, aber man fragt nach dem "prezzo migliore". Wer nicht fragt, zahlt den vollen Preis. Wer fragt, bekommt meistens etwas.

Besonderheiten

In der Emilia-Romagna kauft man Parmigiano Reggiano direkt beim Käseproduzenten – nicht im Supermarkt, sondern an der Hofausfahrt mit dem handgeschriebenen Schild. In Venetien holt man weißen Spargel aus Bassano del Grappa nur im April, nur dort, nur frisch. Kein Versand, keine Dose. Sizilianische Mandeln aus Avola schmecken anders als alle anderen – das sagen nicht nur Sizilianer, das sagen Konditoren in Paris.