Die Einkaufstasche am Abend sieht hier meistens gleich aus: Brot vom Bäcker im Ortskern, Gemüse vom Händler um die Ecke, vielleicht ein Glas Öl vom Bauern draußen vor der Stadt. Wer Kleidung braucht, fährt nach Foggia. Wer ein Handy kaufen will, auch. Das weiß hier jeder, und niemand beschwert sich groß darüber. San Marco in Lamis versorgt sich selbst mit dem Täglichen – den Rest holt man sich auf der Fahrt ins Tal.
Einkaufsstraßen
Die Hauptstraße durch den Ortskern ist keine Prachtmeile – sie ist schmal, etwas steil, und zwischen neun und zwölf Uhr gehört sie den Einheimischen. Ältere Frauen mit Stofftaschen, Männer vor dem Bar-Eingang, ein Lieferwagen der halb auf dem Gehweg steht und niemanden stört. Die kleinen Läden links und rechts – Lebensmittel, Haushaltwaren, ein Schreibwarenladen – machen keine Schaufenster-Inszenierung. Man geht rein, weil man weiß, was drin ist.
Luxus & Designer
Wer ein gutes Hemd will oder Schuhe mit einem Namen auf der Sohle, fährt nach Foggia. Das sind knapp vierzig Kilometer, eine gute halbe Stunde auf der SS272 Richtung Süden. In Foggia gibt es Geschäfte entlang der zentralen Einkaufsstraße und ein Einkaufszentrum am Stadtrand. Man fährt nicht jeden Monat – aber wenn, dann kauft man gleich mehreres. Der Samstag ist der klassische Tag dafür. Man kennt das, es gehört zum Rhythmus des Jahres.
Viertel & Boutiquen
Wer nicht von hier ist, läuft an den älteren Läden im oberen Teil des Ortes einfach vorbei. Keine Schilder, die auffallen, kein Schaufenster das einlädt. Aber genau dort kaufen Einheimische Dinge für den Haushalt, die man in keinem Onlineshop so findet: Werkzeug, Töpfe, Zubehör für die Küche in Formaten, die Großfamilien brauchen. Man geht rein, man kennt den Inhaber, man fragt, was da ist. Das läuft nicht über Öffnungszeiten – das läuft über Vertrauen.
Märkte & Spezialitäten
Ein fester Wochenmarkt mit Ständen und Plane und dem ganzen Betrieb – den gibt es hier nicht in der Form, die man aus größeren Städten kennt. Was es gibt: einen mobilen Händler, der mit seinem Lieferwagen kommt, Gemüse und Obst aus der Region, und vor dem Wagen stehen dann die Leute vom Viertel. Wer auf dem Gargano lebt, hat außerdem oft Verwandte oder Bekannte mit Garten. Ein Anruf, ein kurzer Weg – frischer als jeder Marktstand.
Einkaufszentren & Outlets
Für einen Kühlschrank fährt man nach Foggia, manchmal auch nach San Severo, das ist etwas näher und liegt nördlich, etwa dreißig Kilometer entfernt. In San Severo gibt es Elektromärkte und Möbelhäuser am Ortsrand, und der Parkplatz ist groß genug für den Transporter, den man sich für den Rücktransport ausleiht. Die Fahrt lohnt sich, wenn man eh etwas Größeres plant – man kombiniert, kauft die Waschmaschine und erledigt noch drei andere Dinge, die in San Marco in Lamis nicht zu haben sind.
Besonderheiten
Das hier ist Gargano-Land, und das schmeckt man. Lokale Produzenten verkaufen Olivenöl, das aus Oliven vom Hang hinter dem Ort gepresst wurde – nicht in einem Laden mit Logo, sondern direkt, in Plastikkanistern oder alten Flaschen. Wer weiß, wo man klingelt, bekommt auch Käse, Honig, getrocknete Feigen. Zu Weihnachten füllen sich die Küchen mit diesen Sachen. Ein Tourist sieht davon nichts – der kauft im Supermarkt. Wer hier lebt, kauft beim Nachbarn.