Die Einkaufstasche am Abend enthält Brot vom Bäcker im Ortszentrum, Gemüse vom kleinen Laden um die Ecke, vielleicht ein Kilo Fisch vom Händler nahe der Küste. Wer Kleidung braucht, fährt meistens nach Vasto – die Stadt liegt keine zehn Minuten entfernt und hat mehr Auswahl. Was man in San Salvo vergeblich sucht: große Kaufhäuser, internationale Markenshops, ein belebtes Einkaufsviertel mit Schaufensterbummel. Das hier ist kein Bummelort. Die Leute kaufen, was sie brauchen, und fahren für den Rest woanders hin.
Einkaufsstraßen
Der Corso Roma ist die Straße, auf der sich zwischen neun und zwölf Uhr das meiste abspielt. Keine breite Prachtstraße – eher ein ruhiger Korridor mit Schaufenstern, vor denen morgens die älteren Herrschaften stehen bleiben. Ein Tabacchi, eine Bar mit Außentischen, ein paar Läden für Haushaltswaren. Wer dienstags um zehn langsam durch den Corso geht, sieht Frauen mit Einkaufsnetzen, Männer mit Zeitungen unter dem Arm, und hört durch offene Türen das Surren von Kaffeemaschinen.
Luxus & Designer
Wer ein gutes Hemd oder Schuhe einer bekannten Marke sucht, packt das Auto. Pescara liegt etwa sechzig Kilometer nördlich – dort gibt es Markenshops, größere Kaufhäuser, das volle Stadtangebot. Die Fahrt dauert knapp eine Stunde auf der Autostrada A14. Manche fahren auch nach Lanciano, das näher liegt und eine solide Auswahl an Bekleidungsgeschäften hat. In San Salvo selbst findet man das nicht – und die meisten Einwohner wissen das und planen entsprechend. Ein Ausflug, kein Problem, man kombiniert ihn mit einem Mittagessen.
Viertel & Boutiquen
Im älteren Teil des Ortszentrums, abseits des Corso, gibt es kleine Läden, die kein Schild brauchen, weil jeder sie kennt. Ein Metzger, bei dem die Stammkunden morgens telefonisch bestellen, bevor sie abends vorbeikommen. Eine Enoteca, die von außen nach nichts aussieht – innen stehen Weine aus den Abruzzen, der Inhaber kennt jeden Kunden beim Namen. Besucher laufen an diesen Läden vorbei, weil keine Werbung nach draußen zeigt. Die Einheimischen brauchen keine.
Märkte & Spezialitäten
In San Salvo findet ein Wochenmarkt statt – mittwochs, auf einem der Plätze im Ortszentrum. Gemüse, Obst, Kleidung, Haushaltsware: die übliche süditalienische Marktaufstellung. Die Händler kennen ihre Stammkunden, die Tommaten kommen teils aus der unmittelbaren Umgebung, die Preise werden nicht angeschrieben, sondern mündlich genannt. Wer früh kommt, bekommt die besten Auberginen. Wer nach elf kommt, findet noch Socken und Tischtücher. Frisches Gemüse außerhalb des Markttages kauft man in kleinen Lebensmittelläden im Ort.
Einkaufszentren & Outlets
Für einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine fährt man in die Industriezone von San Salvo – die liegt südlich des Ortskerns und beherbergt mehrere Elektro- und Möbelhändler. Der Weg dorthin dauert keine zehn Minuten mit dem Auto. Die Zone ist groß, die Preise konkurrenzfähig, der Parkplatz kein Problem. Für Sportschuhe einer bekannten Marke lohnt sich eher die Fahrt nach Pescara – dort sind die Filialen, die Auswahl und das Einkaufszentrum Centro d'Abruzzo, das viele Einwohner der Region kennen und regelmäßig aufsuchen.
Besonderheiten
Die Abruzzen produzieren einen der bekanntesten Rotweine Italiens – den Montepulciano d'Abruzzo. In und um San Salvo kauft man ihn direkt beim Erzeuger: Weingüter in der Umgebung verkaufen ab Hof, und wer einmal dort war, kommt mit Kartons zurück, nicht mit Flaschen. Dazu kommt der lokale Käse – insbesondere der Pecorino aus der Region, den man in der Form, in der er hier gereift ist, in keinem deutschen Supermarkt findet. Einheimische schenken ihn zu Weihnachten, kaufen ihn zu Ostern, und bringen ihn mit, wenn sie Freunde besuchen.