Shopping in Sanremo

Die Einkaufstasche eines Sanremesen ist abends zweigeteilt: Brot und Gemüse aus der Altstadt, alles andere aus den Läden entlang der Uferpromenade. Wer morgens früh aufsteht, geht zuerst zur Bar – Espresso, cornetto, kurzes Gespräch – dann erst einkaufen. Große Elektronikartikel kauft hier kaum jemand in der Stadt selbst. Dafür fährt man nach Imperia oder sogar nach Genua. Was man in Sanremo vergeblich sucht: ein wirkliches Kaufhaus, einen Flagstore internationaler Modemarken, ein gut sortiertes Sportgeschäft.

Einkaufsstraßen

Die Corso Matteotti ist die Straße, auf der sich wirklich etwas abspielt. Sie ist nicht besonders breit, aber zwischen neun und zwölf Uhr drängen sich dort Einheimische, Rentnerinnen mit Trolleys, Schulkinder und ein paar verirrte Touristen. Die Läden öffnen um neun, die Inhaber stehen um zehn noch halb draußen und reden mit dem Nachbarn. Wer samstags ohne Eile sucht, findet dort Schuhe, Kleidung, kleine Haushaltsläden. Wer zügig durchkommen will, nimmt eine Parallelsstraße.

Luxus & Designer

Ein gutes Hemd einer bekannten Marke kauft man in Sanremo meistens nicht. Wer ernsthaft sucht, fährt nach Nizza – eine knappe Stunde westlich, je nach Verkehr auf der Küstenautobahn. Dort gibt es die Avenue Jean Médecin mit allen großen Namen, dazu Kaufhäuser, dazu Auswahl. Manche fahren auch nach Monaco, wenn es eine bestimmte Marke sein soll und der Anlass es rechtfertigt. Genua ist weiter, aber für Italiener mit einem konkreten Ziel ebenfalls eine Option. Sanremo schaut in dieser Frage nach Frankreich.

Viertel & Boutiquen

Die Altstadt – die Pigna – ist der Teil, den Besucher zwar betreten, aber selten wirklich durchqueren. Oben, in den engsten Gassen, gibt es kleine Läden ohne Schaufenster, die man nur kennt, wenn man jemanden kennt. Ein Tante-Emma-Laden, der gleichzeitig Eisenwarengeschäft und Haushaltsartikelhandel ist. Eine Frau, die selbst gemachte Pasta verkauft, allerdings nur bis sie ausverkauft ist – was meistens um elf passiert. Einheimische gehen dorthin ohne Umweg, Touristen laufen daran vorbei, weil kein Schild lockt.

Märkte & Spezialitäten

Dienstags und samstags macht der Markt auf dem Parcheggio Foce auf – ein großer Außenmarkt, der sich entlang der Küste zieht. Dort verkaufen Händler aus dem Hinterland Gemüse, Kräuter, Oliven, Käse und Kleidung nebeneinander. Wer früh kommt, bekommt die Ligurischen Zucchini mit Blüte noch frisch. Wer um elf kommt, findet das Gleiche billiger, aber schon etwas angedrückt. Einheimische gehen samstags – der Dienstagmarkt ist eher für Leute, die Zeit haben. Fremde verwechseln ihn manchmal mit einem Touristenmarkt. Er ist es nicht.

Einkaufszentren & Outlets

Wer einen Kühlschrank braucht, fährt nach Imperia – etwa zwanzig Fahrminuten auf der Küstenstraße oder über die Autobahn. Dort gibt es ein Einkaufszentrum mit einem Elektrofachmarkt, einem Baumarkt und einigen Kleidungsläden. Für Sportschuhe lohnt sich die Fahrt ebenfalls, auch wenn die Auswahl nicht mit Genua mithalten kann. Die meisten Sanremesen machen aus dem Ausflug einen halben Tag: Einkauf, Mittagessen, zurück. Die Fahrt selbst ist kurz, aber die Rückkehr durch den Nachmittagsverkehr auf der Küstenstraße braucht Geduld.

Besonderheiten

Die Gegend um Sanremo ist Blumenanbaugebiet – das merkt man nicht nur im Frühling. Auf dem Samstagsmarkt und in kleinen Läden der Altstadt gibt es Produkte aus Rosenblüten: Wasser, Öl, Seifen, Bonbons. Einheimische kaufen das nicht täglich, aber zu Ostern oder als Mitbringsel für jemanden aus dem Norden. Olivenöl aus dem Hinterland – aus Taggiasca-Oliven, die nur hier wachsen – kauft man am besten direkt beim Produzenten in den Dörfern oberhalb der Stadt. Wer einmal dort war, kauft nirgendwo anders mehr.