Shopping in Santa Maria Capua Vetere

Morgens um acht steht die halbe Stadt beim Bäcker. Brot, Cornetti, ein kurzer Blick auf das Handy – dann weiter. Wer Kleidung braucht, geht in die kleinen Boutiquen rund ums Zentrum. Wer einen Fernseher braucht, fährt raus. Die Einkaufstasche am Abend: Gemüse vom Händler um die Ecke, Käse aus der Salumeria, Fleisch vom Metzger. Designer-Labels sucht man hier vergeblich. Wer danach sucht, denkt sofort an Caserta oder Neapel – das ist hier Konsens, kein Bedauern.

Einkaufsstraßen

Der Corso Aldo Moro ist die Ader, auf der die Stadt pulsiert. Kein breiter Boulevard, eher eine Straße, die mehr trägt, als sie aussieht. Zwischen neun und zwölf liefern hier Transporter, klingeln Ladenbesitzer, grüßen Stammkunden. Ältere Frauen mit Stofftaschen, Studenten auf dem Weg zur Universität, ein Rentner, der vor dem Zeitungskiosk stehenbleibt. Die Läden sind klein, die Auslagen bescheiden. Aber wer hier drei Monate lang regelmäßig läuft, kennt jeden Inhaber beim Namen.

Luxus & Designer

Wer ein Hemd von Loro Piana oder Schuhe von Tod's sucht, packt die Autoschlüssel ein. Caserta liegt zwanzig Minuten entfernt und hat mehr zu bieten – aber die meisten fahren gleich nach Neapel. Via Toledo, Via Chiaia: dort passiert das, was hier nicht stattfindet. Einige kennen den Reggia Outlet nahe Caserta, wo Markennamen zu reduzierten Preisen hängen. Aber ernsthafter Luxuseinkauf bleibt Neapel vorbehalten. Das wissen alle, und niemand beklagt es besonders laut.

Viertel & Boutiquen

Rund um die Piazza Mazzini gibt es Läden, die kein Schild nach außen brauchen. Der Metzger, den die ganze Nachbarschaft kennt. Die Salumeria, die keinen Instagram-Account hat, aber jeden Dienstag frischen Provolone bekommt. Besucher laufen daran vorbei, weil die Fassaden nichts versprechen. Einheimische klingeln trotzdem. Hier kauft man nicht nach Öffnungszeiten – man kauft, weil man sich kennt. Wer neu in der Stadt ist, braucht Monate, um in dieses Netz hineinzuwachsen. Dann will er nirgendwo anders mehr einkaufen.

Märkte & Spezialitäten

Mittwochs und samstags öffnet der Wochenmarkt im Bereich rund um die Via Anfiteatro. Gemüse aus der Umgebung, Obst, Hülsenfrüchte, manchmal Kleidung und Haushaltswaren auf den hinteren Tischen. Die Händler kommen zum Teil aus den umliegenden Gemeinden der Terra di Lavoro – dem flachen, fruchtbaren Land, das Kampanien ernährt. Wer früh kommt, bekommt die besten Tomaten. Wer zu spät kommt, kauft, was übrig ist. Die Preise sind niedrig. Die Unterhaltungen dauern länger als der eigentliche Einkauf.

Einkaufszentren & Outlets

Für Kühlschrank, Waschmaschine oder Sportschuhe fährt man Richtung Caserta oder zur Staatsstraße, wo die großen Fachmärkte stehen. Euronics und ähnliche Ketten sind in zwanzig bis dreißig Minuten erreichbar. Ein Samstag lohnt sich – dann hat man Zeit, zu vergleichen und zu verhandeln. Wer nur schnell Sportschuhe braucht, denkt auch an das Campania-Einkaufszentrum nahe Marcianise. Das ist eine halbe Stunde, aber dort sitzt alles unter einem Dach. Unter der Woche ist die Strecke entspannt, am Wochenende braucht man Geduld auf dem Parkplatz.

Besonderheiten

Santa Maria Capua Vetere liegt mitten in der Terra di Lavoro, und das schmeckt man. Der Büffel-Mozzarella aus der direkten Umgebung ist nicht der von Paestum – er schmeckt anders, fetter, frischer. Wer weiß, wo er fragen muss, bekommt ihn direkt ab Hof oder bei vertrauenswürdigen Händlern im Zentrum, die ihre Lieferanten beim Vornamen kennen. Dazu kommt der lokale Wein aus den Dörfern am Fuß des Massico. Den kauft man nicht in Supermärkten. Man kauft ihn beim Produzenten – und bringt eine leere Flasche mit.