Shopping in Saronno

Wer in Saronno morgens einkaufen geht, hat einen klaren Plan. Der Bäcker, der Metzger, der Gemüsehändler – das regelt man in den kleinen Läden rund ums Zentrum, nicht im Supermarkt. Abends liegt Brot in der Tasche, vielleicht ein Stück Käse vom Händler, den man seit Jahren kennt. Was fehlt: große Elektronikketten, Designerläden, ein Kaufhaus. Wer mehr will als den täglichen Bedarf, fährt nach Mailand. Das wissen hier alle, und niemand beschwert sich – der Zug braucht keine halbe Stunde.

Einkaufsstraßen

Die Corso Italia ist die Ader, durch die Saronno seinen Alltag pumpt. Kein Prachtboulevard, keine Touristen – aber zwischen neun und zwölf Uhr drängen sich Mütter mit Kinderwagen, Rentner mit Trolley, Angestellte auf dem Weg zum Tabacchi. Die Läden sind eng, die Auslagen ordentlich, das Tempo gemächlich. Wer einen freien Tisch vor dem Bar findet, trinkt seinen Espresso im Stehen – die Stühle sind längst besetzt. Hier besorgt man, was man täglich braucht, nicht was man einmal im Jahr kauft.

Luxus & Designer

Ein gutes Hemd kauft man in Saronno nicht. Das sagen die Einheimischen selbst, ohne Bedauern. Wer eine bekannte Marke will, fährt nach Mailand – Porta Venezia, Via Montenapoleone, Corso Buenos Aires, je nach Budget. Der Zug fährt regelmäßig, man ist in weniger als dreißig Minuten dort. Manche fahren samstags mit der Familie, verbinden Shopping mit Mittagessen. Was sie in Saronno nicht finden: Flagship-Stores, mehrstöckige Modehäuser, Markenschuhe in Auswahl. Was sie dafür haben: Sie wissen genau, wohin sie fahren müssen.

Viertel & Boutiquen

Wer nicht aus Saronno kommt, läuft an ihr vorbei: die kleine Macelleria in einer Nebenstraße unweit des Zentrums, kein Schild das auffällt, aber morgens stehen drei Stammkunden vor der Tür, bevor sie öffnet. Der Metzger kennt jeden beim Namen, der Aufschnitt liegt bereits abgewogen bereit. Touristen kaufen im Supermarkt, Einheimische hier. Das gilt auch für den Gemüsehändler, dessen Kisten halb auf dem Gehweg stehen – unspektakulär, aber das Gemüse kommt aus der Region und riecht danach.

Märkte & Spezialitäten

Mittwochs und samstags baut sich auf der Piazza Libertà der Wochenmarkt auf. Wer früh kommt, findet die besten Tomaten. Wer nach elf Uhr erscheint, bekommt noch Socken, Haushaltswaren und günstige T-Shirts – der Obst- und Gemüsestand ist dann meist abgebaut oder leer gefischt. Die Verkäufer kennen ihre Stammkunden, handeln selten, reden viel. Ältere Frauen mit großen Stofftaschen, junge Mütter mit Kinderwagen, ein paar Männer, die eigentlich nur einen Kaffee wollten – so sieht ein normaler Samstagvormittag auf dem Platz aus.

Einkaufszentren & Outlets

Wer einen Kühlschrank braucht, fährt Richtung Varese oder Mailand – dort sitzen die großen Elektronikmärkte mit Parkplatz und Lieferservice. Das lohnt sich, sobald die Anschaffung mehr als einen Abend Recherche wert ist. Für Sportschuhe fährt mancher nach Busto Arsizio, wo ein paar größere Sportgeschäfte die Auswahl bieten, die Saronno fehlt. Aber nicht jeder fährt gern weit: Wer nur schnell Laufschuhe braucht, kennt einen kleinen Sportladen in der Stadt, der nicht alles hat – aber das Richtige meist vorbestellen kann.

Besonderheiten

Den Amaretto di Saronno kauft man hier, nicht anderswo – und wer ihn direkt bei Lazzaroni oder in einem der Feinkostläden in der Innenstadt kauft, bekommt ihn frischer als im deutschen Supermarkt. Manche Einheimische kaufen ihn zu Weihnachten in größeren Mengen, als Geschenk für Verwandte im Ausland. Die kleinen verpackten Amarettini, einzeln in Seidenpapier gedreht, gehören zu Saronno wie sonst nichts. Man bringt sie mit, wenn man irgendwo eingeladen ist – und erklärt dabei immer kurz, woher man kommt.