Zum Inhalt springen
Der Alltag in Savignano läuft ruhig ab – aber er läuft. Morgens kauft man Brot beim Bäcker, Zeitungen am Kiosk, Kaffee an der Bar. Die Einkaufstasche abends enthält Pasta, Aufschnitt, vielleicht ein Stück Käse vom kleinen Lebensmittelladen. Was fehlt, ist klar: Wer Markenklamotten, Elektronik oder ein größeres Möbelstück braucht, packt das Auto. Savignano versorgt den Tag – für alles andere zeigt die Straße Richtung Cesena oder Rimini.
Einkaufsstraßen
Die Via Matteotti ist die Ader, auf der sich der Einkaufsalltag abspielt. Kein Prachtboulevard – eine gerade, schlichte Straße mit Schaufenstern, die erzählen, was gebraucht wird: Apotheke, Tabacchi, Friseur, ein Schreibwarenladen. Zwischen neun und zwölf Uhr schieben Frauen Einkaufstrolleys, Rentner bleiben vor dem Kiosk stehen, ein Lieferwagen blockiert kurz die halbe Fahrbahn. Wer sucht, findet hier das Nötigste. Wer flaniert, ist in Rimini besser aufgehoben.
Luxus & Designer
Wer in Savignano ein gutes Hemd von Boglioli oder Schuhe von Tod's kaufen will, fährt nach Rimini. Das sind dreißig Kilometer – bei normalem Verkehr auf der SS16 knapp eine halbe Stunde. In Rimini gibt es die Boutiquen rund um den Corso d'Augusto, dort stehen die Sachen im Schaufenster, die man in Savignano nicht mal bestellen kann. Manche fahren auch nach Cesena, das ist näher, das Angebot aber schmaler. Rimini lohnt sich, wenn man weiß, was man will.
Viertel & Boutiquen
Es gibt einen Metzger, den Besucher nie finden, weil er keine Werbung macht und kein Schild braucht. Einheimische kennen ihn, sie kaufen dort samstags ihr Fleisch für den Sonntagsbraten – Parmigiana, Arrosto, was die Woche verlangt. Solche Läden liegen in Savignano nicht versteckt, aber sie erklären sich nicht. Man geht rein, weil man immer reingegangen ist, weil der Vater schon dort gekauft hat. Besucher laufen daran vorbei, weil sie nach einem Schild suchen, das nicht da ist.
Märkte & Spezialitäten
Mittwochs findet in Savignano ein Wochenmarkt statt. Die Stände stehen auf dem Platz, Gemüse, Obst, Kleidung, Haushaltsware. Ein älterer Mann verkauft Tomaten, die er selbst anbaut – man sieht es an der Form, kein Stück ist wie das andere. Einheimische kommen früh, vor zehn Uhr, wenn die Ware noch vollständig ist. Wer zu spät kommt, findet die Kleidungsstände besser bestückt als das Gemüse. Der Markt ist klein, aber er zieht das halbe Viertel an.
Einkaufszentren & Outlets
Für einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine fährt man nach Cesena. Dort gibt es die großen Elektromärkte an der Ausfallstraße, Parkplatz inklusive, alles auf einer Ebene. Cesena liegt rund fünfzehn Kilometer entfernt – weniger als zwanzig Minuten, wenn die Ampeln mitspielen. Sportschuhe kauft man dort auch, oder in Rimini, je nachdem, welche Marke gefragt ist. Die Fahrt lohnt sich, wenn die Liste länger ist als ein Artikel. Wer nur ein Ladekabel braucht, findet das auch in Savignano.
Besonderheiten
Der Rubicone gibt dem Ort seinen Namen – und der Wein aus den Hügeln dahinter gibt ihm seinen Charakter. Die Romagna produziert Sangiovese, den man in Savignano direkt beim Erzeuger kaufen kann, in Flaschen ohne Designetikett, aber mit einem Geschmack, der zeigt, wo die Trauben gewachsen sind. Wer weiß, wen er fragen muss, fährt zu einem der kleinen Betriebe außerhalb des Ortszentrums. Man kauft dort eine Kiste, man trinkt einen Schluck am Hof, man zahlt weniger als im Supermarkt und bekommt mehr.