Das tägliche Einkaufen hier ist schlicht und direkt. Brot holt man beim Bäcker im Ort, Gemüse beim kleinen Händler, der zwei Mal die Woche aufmacht. Die Einkaufstasche am Abend: Käse, Aufschnitt, vielleicht ein Stück Fleisch vom Metzger. Was man hier nicht findet – Markenklamotten, Elektronik, alles was über den täglichen Bedarf hinausgeht. Dafür fährt man nach Avezzano, keine dreißig Kilometer entfernt. Das weiß jeder, und niemand beschwert sich darüber.
Einkaufsstraßen
Die Hauptstraße durch den Ortskern ist die eigentliche Ader des kleinen Alltags. Zwischen neun und zwölf Uhr passiert dort das meiste: Frauen mit Taschen, Rentner vor dem Bar-Eingang, ein Auto das zu langsam fährt. Die Läden sind wenige, aber die, die es gibt, kennt jeder mit Namen. Kein Gedränge wie in Avezzano, kein Lärm – aber auch keine Auswahl. Wer hier langsam schaut, sieht einen Ort, der sich selbst gut genug kennt, um keine Schilder zu brauchen.
Luxus & Designer
Wer ein ordentliches Hemd oder Schuhe einer bekannten Marke will, steigt ins Auto. Avezzano liegt knapp dreißig Minuten entfernt und hat Geschäfte, die das abdecken – Ketten, ein paar unabhängige Händler, ein Einkaufszentrum am Stadtrand. Für echten Markenbedarf fährt mancher weiter nach L'Aquila oder sogar nach Rom. Das klingt weit, ist aber normal hier. Man plant den Samstag drum herum, macht noch andere Erledigungen, und kommt mit einer Tüte mehr zurück als geplant.
Viertel & Boutiquen
Besucher laufen durch den Ortskern und sehen nicht viel. Einheimische wissen, wo der Mann wohnt, der Olivenöl aus eigenem Anbau verkauft – kein Schild, kein Laden, nur eine Tür und ein Handschlag. Oder den älteren Herrn am Ortsrand, der Holz und Kohle liefert, wenn der Winter naht. Diese Dinge passieren nicht im Schaufenster. Man muss jemanden kennen, der jemanden kennt – und nach fünf Jahren kennt man sie alle.
Märkte & Spezialitäten
Einen festen, großen Wochenmarkt mit vielen Ständen gibt es hier nicht – jedenfalls nicht so, wie man ihn aus größeren Orten kennt. Wer frisches Gemüse will, kauft es beim kleinen Händler im Ort oder fährt zu einem der Märkte in der Umgebung, etwa in Avezzano, wo mittwochs und samstags Betrieb herrscht. Manche fahren auch direkt zu Bauern außerhalb des Ortes – ein kurzer Weg, ein paar Euro, dafür Tomaten, die noch nach Tomaten schmecken.
Einkaufszentren & Outlets
Kühlschrank kaputt, Waschmaschine streikt – dann fährt man nach Avezzano. Dort gibt es die bekannten Elektroketten, und die Fahrt lohnt sich meistens schon ab einem einzigen größeren Kauf. Wer Sportschuhe will oder Werkzeug, findet dort ebenfalls, was er sucht. Die Leute hier haben keinen Respekt vor der Fahrt – man kennt die Straße, man kennt die Parkplätze, man weiß welches Geschäft samstags überfüllt ist und welches nicht. Donnerstagvormittag ist die beste Zeit.
Besonderheiten
Die Marsica-Region hat ihren eigenen Charakter beim Essen, und der zeigt sich direkt vor Ort. Lokale Produkte – Linsen aus dem Fucino-Becken, Pecorino aus der Umgebung, handgemachte Pasta – kauft man nicht im Supermarkt, sondern bei Leuten, die man kennt oder die man auf dem Markt in Avezzano trifft. Wer hier verwurzelt ist, bringt zu Ostern oder Weihnachten diese Dinge mit in die Küche. Der Geschmack ist unverkennbar, und er erklärt sich nicht mit Worten – nur beim Essen.