Ausflüge von Selva di Cadore – Die besten Ziele in der Umgebung
Wer in Selva di Cadore übernachtet, sitzt geografisch fast im Mittelpunkt der westlichen Dolomiten. Das kleine Bergdorf auf rund 1.340 Metern liegt zwischen dem Colle Santa Lucia, dem Val di Zoldo und dem Zugang zur Marmolada – dem höchsten Gipfel der Dolomiten. In einer Stunde sind Gletscherseen, stille Hochtäler und Cortina d'Ampezzo erreichbar. Das Umland ist kompakt, die Straßen kurvenreich, aber die Dichte an lohnenden Zielen je gefahrenem Kilometer ist kaum zu übertreffen.
⚡ Express-Ausflüge – unter 30 Minuten
Das nächste größere Ziel liegt buchstäblich um die Ecke: Caprile, fünf Kilometer und etwa zehn Minuten mit dem Auto, ist ein kleines Dorf im Tal der Cordevole mit einem Gasthof und einer guten Bäckerei für den frühen Morgen. Wer Richtung Norden fährt, erreicht in rund 20 Minuten Rocca Pietore, den Ausgangspunkt für den Aufstieg zur Marmolada. Livinallongo del Col di Lana ist auf derselben Route in etwa 15 bis 20 Minuten erreichbar – für einen ersten Blick auf das Hochplateau des Col di Lana.
🕐 Halbtags-Trips – 30 bis 90 Minuten
Der Lago di Fedaia, Stausee an der Basis des Marmolada-Gletschers, liegt von Selva di Cadore aus etwa 30 bis 40 Minuten entfernt über Caprile und Rocca Pietore. Die Straße über den Fedaia-Pass ist steil und eng, aber für normale PKW problemlos befahrbar. Oben angekommen, gibt es eine Seilbahn auf den Gletscher und einen kurzen Rundweg am See. Für einen Halbtag ist das Programm genau richtig – wer früh startet, ist mittags wieder zurück. Val di Zoldo, etwa 25 bis 30 Minuten südwärts, eignet sich für einen entspannten Spaziergang durch das Pievestal.
🗺️ Tagesausflüge – über 90 Minuten
Cortina d'Ampezzo ist von Selva di Cadore zwar nur 14 Kilometer Luftlinie entfernt, die Fahrt über den Colle Santa Lucia dauert jedoch 30 bis 45 Minuten – je nach Verkehr in der Saison deutlich länger. Für einen Ganztagsausflug lohnt sich die Kombination: Morgens nach Cortina, Mittagessen dort, nachmittags auf dem Rückweg noch den Colle Santa Lucia mit Blick auf den Monte Pelmo einplanen. Wer den Falzarego-Pass einbaut, hat einen der klassischsten Dolomitenrundkurse der Region absolviert und kommt mit deutlich über 200 gefahrenen Kurven nach Hause.
🚂 Per Zug
Selva di Cadore hat keinen eigenen Bahnhof. Die nächste Zuganbindung befindet sich in Belluno, rund 45 bis 60 Minuten Fahrt talwärts mit dem Auto oder einem Regionalbus. Von Belluno fahren Züge Richtung Venedig (etwa 2 Stunden, ab ca. 8–12 Euro) und Treviso. Für Tagesausflüge nach Venedig ist der Zug dem Auto klar vorzuziehen – Parken in Venedig kostet ein Vielfaches, und der Bahnhof liegt direkt am Canal Grande.
🚗 Mit Auto oder Roller
Ein Auto ist rund um Selva di Cadore praktisch unersetzlich. Der Lago di Fedaia, der Falzarego-Pass und die Hochstraßen Richtung Livinallongo sind ohne eigenes Fahrzeug kaum sinnvoll erreichbar. Parkplätze am Fedaia-See sind in der Hochsaison früh voll – Ankunft vor 9 Uhr empfehlenswert. In Cortina d'Ampezzo gilt an bestimmten Zeiten und Zonen eine ZTL-Regelung; das Kennzeichen des Mietwagens vorab beim Vermieter anmelden oder die Beschilderung vor Ort genau beachten.
🔀 Strategische Kombinationsrouten
Route 1 – Marmolada-Gletscher und Abend in Caprile
Frühmorgens von Selva di Cadore über Rocca Pietore in etwa 35 Minuten zum Lago di Fedaia. Seilbahnfahrt auf den Marmolada-Gletscher, oben gibt es ein einfaches Bergrestaurant. Auf dem Rückweg Halt in Caprile, wo die Osteria del Ponte ein solides Mittagessen mit lokalen Gerichten aus dem Cordevole-Tal serviert. Gesamtfahrstrecke etwa 50 Kilometer, kein Stau außer in der Hochsaison am Fedaia-Pass.Route 2 – Colle Santa Lucia am Morgen, Cortina am Nachmittag
Von Selva di Cadore in 10 Minuten auf den Colle Santa Lucia – von dort öffnet sich der Blick auf den Monte Pelmo fast unvermittelt. Kurze Wanderung auf dem Höhenweg, dann weiterfahren nach Cortina d'Ampezzo in weiteren 30 Minuten. Nachmittag im Zentrum, Kaffee in der Bar Pasticceria Lovat am Corso Italia. Rückfahrt über dieselbe Strecke oder via Pocol.✅ Do's & Don'ts
Wer in den Sommermonaten Juli und August den Fedaia-Pass anfahren will, sollte spätestens um 8 Uhr losfahren – die einspurigen Abschnitte stauen sich ab Vormittag erheblich. Auf der Straße nach Cortina gibt es keine Tankstelle zwischen Selva und dem Stadtrand von Cortina, also vorher volltanken. Viele Bergbahnen in der Region nehmen nur Bargeld oder betreiben eigene Apps – Kartenlesegeräte sind nicht überall verlässlich. Die Kirchenbänke der Chiesa di San Lorenzo in Selva sind übrigens nicht touristisch inszeniert; wer morgens früh reinschaut, trifft oft noch Einheimische.