Shopping in Soverato

Morgens geht man in Soverato zuerst zum Bäcker – nicht in die Supermärkte an der Hauptstraße, obwohl es die auch gibt. In der Tasche landet am Abend, was die kleinen Lebensmittelläden im Ort hergeben: Käse, Aufschnitt, lokales Gemüse. Wer Kleidung jenseits von Strandsouvenirs sucht, fährt nach Catanzaro. Wer ein neues Handy braucht, auch. Soverato kauft das Alltägliche zuhause – und alles, was einen Bildschirm hat, auswärts.

Einkaufsstraßen

Der Corso Umberto I ist die Straße, auf der sich das Leben abspielt. Zwischen neun und zwölf schieben sich Nonnen, Rentner und Mütter mit Kinderwagen aneinander vorbei. Die Läden haben schmale Türen, die Schaufenster sind voll. Ein Schuhgeschäft neben einem Tabacchi neben einem Juwelier – so läuft die Abfolge. Am Dienstagvormittag riecht es nach frischem Kaffee aus der Bar an der Ecke, und die Leute bleiben stehen, nicht weil sie müssen, sondern weil man hier so macht.

Luxus & Designer

Wer in Soverato ein Hemd von Boggi oder Schuhe von Tod's sucht, sucht vergeblich. Man fährt nach Catanzaro – etwa dreißig Kilometer, mit dem Auto gut erreichbar. Dort gibt es das Einkaufszentrum Le Fontane und einige Markenboutiquen in der Innenstadt. Soverato-Bewohner fahren selten unter Woche hin – das ist ein Samstagsprojekt, meist kombiniert mit einem Mittagessen. Was man zuhause nicht bekommt: Auswahl. Was man zuhause hat: den Händler, der den Vornamen kennt.

Viertel & Boutiquen

Im alten Ortskern oberhalb der Küste, im sogenannten Soverato Superiore, kaufen Einheimische bei kleinen Familiengeschäften, die keine Webseite haben und kein Schild brauchen. Wer Wein will, klopft an eine bestimmte Tür – der Mann dahinter keltert selbst. Besucher suchen das nicht, weil sie unten am Meer bleiben. Einheimische gehen dorthin, weil sie wissen, dass der Preis stimmt und die Flasche gut ist. Der Laden hat keine Öffnungszeiten im klassischen Sinn – er ist auf, wenn er auf ist.

Märkte & Spezialitäten

In Soverato gibt es einen Wochenmarkt – er findet freitags statt. Zwischen den Ständen liegen Tomaten aus dem Hinterland, Auberginen, Zwiebeln, getrocknete Peperoncini. Die Verkäufer kommen aus den umliegenden Dörfern, nicht aus der Stadt. Eine alte Frau verkauft selbst eingelegte Oliven aus einem Plastikeimer. Wer samstags noch frisches Gemüse braucht, fährt zu einem der kleinen Hofläden Richtung Serra San Bruno – oder fragt den Nachbarn, dessen Schwiegervater ein Stück Land hat.

Einkaufszentren & Outlets

Für Kühlschrank, Waschmaschine oder Markensportschuhe fährt man nach Catanzaro oder in das Gewerbegebiet an der Staatsstraße zwischen Soverato und Catanzaro. Dort gibt es Elektrohändler und einen Sportartikelmarkt, den die Leute aus der ganzen Küstenregion anfahren. Die Fahrt lohnt sich, wenn man weiß, was man will – spontanes Schaufensterbummeln passiert dort nicht. Man fährt mit einer Liste, kauft, fährt zurück. Wer nichts plant, bleibt lieber in Soverato und bestellt online.

Besonderheiten

Die kalabresische Küste produziert 'Nduja – aber die von einem kleinen Metzger in Soverato oder aus dem Hinterland Richtung Spilinga schmeckt anders als jede verpackte Version. Man kauft sie frisch, in einem dieser Läden ohne Kühlung, weil sie die nicht braucht. Einheimische nehmen sie mit als Geschenk, wenn sie jemanden in Norditalien besuchen. Außerdem: Bergamotte-Produkte aus dem Raum Reggio Calabria sind hier näher und frischer als überall sonst – nicht im Supermarkt, sondern auf dem Freitagsmarkt, bei den Händlern ganz hinten.