Shopping in Squinzano

Die Einkaufstasche am Abend sieht hier immer gleich aus: frisches Brot, ein Stück Käse vom Vertrauenshändler, vielleicht Tomaten vom Nachbarn. Squinzano ist eine Kleinstadt mit rund 7.000 Einwohnern im Salento, und wer Joghurt oder Waschmittel braucht, geht in einen der kleinen Supermärkte im Ort. Was man hier bewusst nicht sucht: Markenklamotten, Elektrogeräte, Designermöbel. Dafür fährt man nach Lecce. Die Einwohner wissen das, planen das ein – und kaufen hier nur das, was heute gebraucht wird.

Einkaufsstraßen

Die Hauptstraße durch den Ortskern ist die Achse, auf der zwischen neun und zwölf alles passiert. Vor dem Tabacchi stehen die Männer und reden, die Frauen gehen mit Stofftaschen in die kleinen Lebensmittelläden, ein Kind zieht jemanden am Ärmel. Die Straße ist nicht breit, die Autos parken halb auf dem Gehweg. Gegen elf wird es voller: Schulschluss naht, die Bar füllt sich. Hier kauft niemand spektakulär ein – aber hier pulsiert der Ort, jeden Morgen, ohne Ausnahme.

Luxus & Designer

Wer ein gutes Hemd oder Lederschuhe einer bekannten Marke braucht, fährt nach Lecce. Das sind etwa zehn Kilometer, mit dem Auto zwanzig Minuten. Lecce hat eine echte Fußgängerzone mit nationalen Modeketten und inhabergeführten Schuhläden, die auch gehobene Ware führen. Squinzano hat das nicht – und die Einwohner würden auch nicht erwarten, es hier zu finden. Der Ausflug nach Lecce gehört zum Kalender: Geburtstag, Schulanfang, Hochzeit. Man plant ihn, man freut sich drauf, man trinkt danach einen Caffè in der Stadt.

Viertel & Boutiquen

Wer wirklich hier lebt, kennt die Gassen hinter dem Kirchplatz. Dort gibt es einen kleinen Laden, der von außen aussieht wie eine geschlossene Garage – innen verkauft eine ältere Frau hausgemachte Pasta, eingelegte Oliven und Öl aus dem eigenen Olivenhain. Kein Schild, keine Öffnungszeiten im Internet. Man geht rein, weil man Bescheid weiß oder weil jemand mit dem Finger in die Richtung gezeigt hat. Touristen laufen daran vorbei. Einheimische kaufen dort seit zwanzig Jahren.

Märkte & Spezialitäten

In Squinzano gibt es einen Wochenmarkt – er findet auf einem der freien Plätze im Ort statt, in der Regel einmal pro Woche. Die Tische tragen Gemüse aus der direkten Umgebung: Auberginen, Paprika, Feigen je nach Saison. Ein paar Händler haben Textilien dabei, günstige Alltagskleidung, Haushaltsware. Wer früh kommt, bekommt das Beste. Wer zu spät kommt, kauft beim Gemüsehändler im Ort – der hat täglich auf und kennt seine Stammkunden beim Namen.

Einkaufszentren & Outlets

Für einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine fährt man nach Lecce oder Richtung Brindisi, wo es Elektromärkte gibt. Auch größere Sportgeschäfte und Einrichtungshäuser liegen dort. Die Fahrt lohnt sich, wenn man weiß, was man will – Lecce ist nah genug für einen Nachmittagsausflug. Manche fahren auch nach Surbo, direkt vor Lecce, wo es auf der Ausfallstraße große Handelsflächen gibt. Squinzano selbst hat keinen Elektroladen, der mehr als Glühbirnen und Kabel führt.

Besonderheiten

Der Salento ist Olivenölland – und Squinzano liegt mittendrin. Wer hier wohnt, kauft kein Öl im Supermarkt. Man kauft es beim Erzeuger, kannenweise, nach der Ernte im Herbst. Die Oliven wachsen auf uralten Bäumen rund um den Ort, das Öl schmeckt grün und scharf, nichts davon landet im Regal. Dazu kommt der lokale Primitivo-Wein aus der Umgebung: herb, dunkel, direkt vom kleinen Weingut. Den trinkt man hier zum Essen – und kauft ihn nirgendwo sonst in dieser Form.