Shopping in Terracina

Morgens landet Brot aus der Forno-Bäckerei in der Altstadt in der Tasche, mittags frischer Fisch vom Händler am Hafen. Was die Leute hier nicht suchen: Markenklamotten, große Elektronikabteilungen, Shoppingmalls. Die kauft man bewusst woanders ein – Latina oder Rom sind keine große Sache. Wer fünf Jahre hier lebt, weiß: Terracina funktioniert für den täglichen Bedarf erstaunlich gut, aber wer ein Hochzeitsgeschenk oder neue Kopfhörer braucht, steigt ins Auto.

Einkaufsstraßen

Die Via Leopardi im Borgo Medievale ist nicht die hübscheste Straße, aber die betriebsamste. Zwischen neun und zwölf Uhr schieben Nonnen Rollwagen an kleinen Haushaltswarenläden vorbei, Mütter holen Schulhefte, Männer stehen vor dem Tabacchi und bezahlen Rechnungen. Die Straße ist schmal, der Gehweg reicht für eine Person – trotzdem quetschen sich hier täglich die meisten Einheimischen durch. Kein Tourist verläuft sich hierher, weil die Aussicht fehlt. Aber genau hier liegt das eigentliche Terracina.

Luxus & Designer

Wer ein gutes Hemd einer italienischen Marke will, fährt nach Latina – etwa dreißig Kilometer nördlich, eine halbe Stunde mit dem Auto. Latina hat ein richtiges Stadtzentrum mit Filialen bekannter Ketten und ein paar eigenständige Boutiquen. Wer noch mehr Auswahl will, fährt gleich nach Rom, neunzig Kilometer, aber machbar an einem Samstag. Terracina hat nette kleine Läden, aber kein Hemd für zweihundert Euro – und das wissen alle hier, die gut angezogen sein wollen.

Viertel & Boutiquen

Im alten Ortskern, dem Borgo, gibt es eine Handvoll Läden, die von außen fast geschlossen wirken. Keine Schaufenster, kein Schild mit Öffnungszeiten. Wer trotzdem eintritt, findet handgemachte Pasta, lokalen Käse, manchmal selbst eingelegtes Gemüse. Die Besitzerin kennt jeden Kunden beim Namen. Besucher laufen vorbei, weil nichts einlädt. Einheimische gehen rein, weil sie wissen, dass die Ricotta am Dienstag frisch kommt – und am Donnerstag schon weg ist.

Märkte & Spezialitäten

Mittwochs und samstags steht ein Markt auf dem Parkplatz nahe dem Lungomare. Kein romantischer Marktplatz – Plastikplanen, Klapptische, Lautsprecherdurchsagen. Trotzdem kommen die Leute. Ein alter Mann verkauft Tomaten aus seinem Garten, eine Frau Unterwäsche im Dreierpack, daneben Billigschuhe und Tischwäsche. Was wirklich gut ist: das Gemüse der lokalen Kleinbauern. Wer früh kommt, bekommt Zucchini mit Blüten, die im Supermarkt nicht existieren. Wer um elf kommt, bekommt nur noch Socken.

Einkaufszentren & Outlets

Einen Kühlschrank kauft man nicht in Terracina. Dafür fährt man nach Latina, wo es große Elektroketten gibt – MediaWorld, Euronics, den üblichen Verdächtigen. Die Fahrt lohnt sich, wenn man weiß, was man will, am besten wochentags, wenn die Parkplätze frei sind. Wer Sportschuhe braucht und nicht online bestellt, findet in Latina auch die bekannten Sportketten. Samstags sind die Läden dort voll – viele kommen aus den Kleinstädten der Küste, nicht nur aus Terracina.

Besonderheiten

Terracina lebt vom Meer, und das schmeckt man. Der Fisch, den Händler am frühen Morgen direkt vom Hafen verkaufen, ist nirgendwo frischer als hier. Einheimische kaufen ihn nicht verpackt – sie stehen am Kofferraum eines Transporters, zeigen auf den Wolfsbarsch, der Verkäufer wickelt ihn in Zeitungspapier. Wer das einmal erlebt hat, kauft keinen abgepackten Fisch mehr. Besonders im Sommer, wenn die Boote täglich rausfahren, ist das Angebot am besten – und die Preise erstaunlich fair.