Shopping in Trento

Wer morgens in Trento unterwegs ist, trägt abends Käse aus dem Trentino, frisches Brot vom Bäcker in der Altstadt und vielleicht eine Flasche Teroldego im Arm. Gemüse kauft man auf dem Markt am Piazza Lodron oder beim Händler ums Eck – nicht im Supermarkt, wenn man wählen kann. Was fehlt: ein wirklich breites Angebot an internationaler Mode. Wer Labels sucht, weiß von Anfang an, dass er die Stadt verlassen muss. Das ist kein Geheimnis – das sagen dir die Trentiner selbst.

Einkaufsstraßen

Die Via Belenzani ist schön, aber die Via Manci und vor allem die Verbindung zum Corso Tre Novembre sind die Adern, durch die das tägliche Einkaufen fließt. Zwischen neun und zwölf Uhr stehen hier Frauen mit Trolleys vor kleinen Lebensmittelläden, Männer trinken einen Kaffee an der Bar und bereden, was zu kaufen ist. Die Läden sind schmal, die Türen oft offen. Kein Gedränge wie in Verona – aber auch keine Stille. Die Straße arbeitet, ruhig und stetig.

Luxus & Designer

Wer ein Hemd von Loro Piana oder Schuhe von Tod's will, fährt nach Verona. Das sind etwa achtzig Kilometer – mit dem Zug knapp eine Stunde. In der Veroneser Innenstadt findet man Boutiquen, die Trento schlicht nicht hat. Manche fahren auch nach Mailand, wenn der Anlass groß genug ist. In Trento selbst gibt es gepflegte Herrenausstatter und ein paar gute Schuhläden – aber wer eine bekannte Marke gezielt sucht, plant die Fahrt ein. Das weiß hier jeder.

Viertel & Boutiquen

Hinter dem Dom, in den engen Gassen rund um die Via San Marco, gibt es kleine Läden, die kein Schild nach außen tragen. Einen Metzger, der seine Kunden kennt. Einen Händler für lokale Spezialitäten, dessen Theke voll ist mit Speck aus dem Valsugana und Käse aus dem Val di Fiemme. Touristen laufen an diesen Läden vorbei, weil sie keine Speisekarten im Fenster haben. Einheimische gehen dort hinein, grüßen den Inhaber mit Namen und kaufen ohne lange zu fragen.

Märkte & Spezialitäten

Jeden Donnerstag und Samstag öffnet der Markt auf der Piazza d'Arogno – Gemüse, Obst, ein paar Textilstände, manchmal Honig aus dem Trentino. Die Verkäufer kommen aus der Region, nicht von weit her. Wer früh kommt, bekommt die besten Äpfel – Trentiner Äpfel sind kein Klischee, die sind tatsächlich anders. Gegen elf Uhr wird es voller, die Taschen schwerer. Wer einen ruhigen Einkauf will, ist um neun Uhr dort. Um halb eins ist der Platz wieder leer.

Einkaufszentren & Outlets

Für Kühlschränke, Waschmaschinen oder Sportschuhe fährt man ins Gewerbegebiet südlich der Stadt, Richtung Gardolo. Dort stehen die großen Elektronikmärkte und Sportgeschäfte, die man kennt – Unieuro, Decathlon. Mit dem Auto dauert es fünfzehn Minuten. Die Fahrt lohnt sich immer dann, wenn man etwas Sperriges braucht oder Marken vergleichen will. Unter der Woche ist es ruhig dort, samstags füllen sich die Parkplätze. Wer Zeit hat, kommt dienstags – die Verkäufer haben mehr Geduld, die Schlangen sind kürzer.

Besonderheiten

Grappa aus dem Trentino kauft man nicht im Supermarkt – man kauft sie bei einem der kleinen Destillateuren, von denen es rund um Trento mehrere gibt. Manche haben einen Verkaufsraum direkt an der Brennerei. Dasselbe gilt für Apfelsaft und Apfelessig aus regionalen Keltereien im Nonstal, eine gute Stunde nördlich. Wer einmal einen Trentiner Speck direkt beim Produzenten gekauft hat, kauft ihn nie wieder verpackt im Regal. Das ist kein Tourismusprospekt-Satz – das ist einfach wahr.