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Region Basilikata
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Provinz Matera
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Einwohner 6.120
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Flughafen Bari (BRI)
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Charakter Hügelland

Tursi

Erosionsrinnen durchziehen eine Landschaft aus Mergel, einem feinkristallinen Gemisch aus Ton und Kalk, dessen Plastizität die Hügel ständig in Bewegung hält – die Gemeinde in der Provinz Matera steht buchstäblich auf wandelndem Grund. Zwischen den Flusstälern des Agri im Norden und des Sinni im Süden liegt das historische Zentrum mit seiner mittelalterlichen Altstadt, deren Viertel sich an Steilhängen drängen. Byzantiner, Sarazenen und Normannen haben hier tiefe Spuren hinterlassen.

Stadtviertel & beste Gegenden

Die historisch gewachsenen Rioni Tursis verteilen sich an einem Hügelrücken entlang. Den ältesten Kern bildet die Rabatana auf strategischem Höhenpunkt, geprägt von engen Gassen, die sie bis heute fast abschließen vom Rest der Stadt. Südlich davon liegt der Rione San Michele, darunter der Rione San Filippo, der bis in die 1960er Jahre das Ortszentrum mit den öffentlichen Ämtern bildete, bevor sich die Verwaltung verlagerte. Der Rione Petto fällt durch besonders steile Gässchen auf, in denen sich die Häuser dicht an die abschüssigen Hänge drängen. Östlich von Petto liegt der neuere Rione Santi Quaranta.


Top-Sehenswürdigkeiten

Das älteste Viertel Rabatana entstand im 5. Jahrhundert um eine Burg herum, die Goten errichtet hatten. Drei Schluchten über 100 Meter Tiefe – der Fossato della Palmara im Norden, der Fossato di San Francesco im Osten und der Fossato della Cattedrale im Westen – schützten den Ort natürlich. Im Kern des Rione San Michele steht die Chiesa di Santa Maria Maggiore, im 9. bis 10. Jahrhundert von basilianischen Mönchen gebaut; ihre Krypta enthält eine Kapelle der Familie De Georgiis mit Fresken von Giovanni Todisco sowie eine Krippendarstellung aus Stein, die Altobello Persio im 16. Jahrhundert schuf.

Die Cattedrale dell’Annunziata auf der Piazza Maria Santissima di Anglona geht auf das 15. Jahrhundert zurück; eine Papstbulle verlieh ihr 1545 den Kathedralentitel. Etwas abseits, auf einem Hügel zwischen den Flüssen Agri und Sinni, steht das Santuario di Santa Maria Regina di Anglona: romanische Architektur aus Tuff und Travertin, entstanden im 11. bis 12. Jahrhundert als Erweiterung einer älteren Kapelle aus dem 7. bis 8. Jahrhundert, seit 1931 Nationaldenkmal und 1999 zur Basilica minor erhoben.

Essen & Trinken

Frisch gepflückte Steinpilze
Frisch gepflückte Steinpilze

Die Küche Tursis wird durch die Arancia Staccia geprägt, eine Orangensorte, die Sarazenen um das Jahr 1000 mitbrachten und die seitdem die Gärten der Stadt prägt. Ihr Name stammt von einem alten Spielstein namens Staccia, einem flachen, glatten Stein; reif wird sie im März. Die herzhafte Küche nutzt vor allem Schweinefleisch und Teigwaren: Frizzuli ca‘ millica – Makkaroni mit Tomatensauce und Brotkrumen – gelten als Hauptgericht, dazu kommen Raskatelle mit Tomaten-Paprika-Sauce sowie Gghiommaricchie, Fleischrollen aus Innereien, gegrillt oder im Tontopf mit Kartoffeln. Zu Ostern backt man den Cavzòn, zu Weihnachten Crispelle und Chiacchiere. Den Rahmen gibt ein Wein aus dem Matera DOC.

Hotels & Unterkünfte

Das historische Zentrum Tursis mit seinen eng verflochtenen Altstadtvierteln wird geprägt durch die Kathedrale dell’Annunziata und die mittelalterlichen Kirchen, die das Stadtbild dominieren. Im Rione San Filippo befinden sich der Palazzo Brancalasso und die frühere Ortsmitte der Stadt, die bis in die 1960er Jahre das administrative Zentrum darstellte. Der Rione Santi Quaranta ist ein neuerer Stadtteil, östlich von Petto gelegen.

Kultur & Geschichte

Im Jahr 968 wurde Tursi zur Hauptstadt des byzantinischen Thema Lucania erhoben und war Sitz eines griechisch-ritischen Bischofssitzes – ein Status, der die spätere Geschichte der Stadt grundlegend prägte. Die Goten errichteten auf dem strategischen Hügel um 410 eine Burg zur Kontrolle der Täler; im 5. Jahrhundert siedelte sich die Bevölkerung um diese Burg herum an und bildete das erste bewohnte Viertel. Jahrhunderte später übernahmen die Sarazenen den Ort, erweiterten ihn nach arabisch-muslimischen Stadtbaumustern und hinterließen Spuren in Bauten, Sitten und Dialekt, die bis heute erkennbar sind. Der Dichter Albino Pierro, mehrfach für den Nobelpreis nominiert, lebte im Rione San Michele und schrieb im lokalen Dialekt, dessen Besonderheiten er in einem Lexikon dokumentierte.

Aktivitäten & Attraktionen

Die natürlichen Verteidigungslinien rund um das historische Zentrum prägen das Gelände bis heute. Im Gebiet von Cozzo San Martino liegt eine Nekropole aus der Bronzezeit, während die archäologische Stätte Contrada castello Münzen, Amphoren-Bruchstücke und Bleikugeln mit griechischen und lateinischen Inschriften aus der Mittelbronzezeit enthielt. Diese Funde werden im Museo archeologico nazionale della Siritide in Policoro aufbewahrt.

Shopping

In Tursi dreht sich vieles um landwirtschaftliche Produkte. Neben Schafhaltung und Ziegenkäseproduktion prägen auch der Anbau von Zitrusfrüchten, insbesondere die Arancia Staccia, sowie Obstbäume die lokale Wirtschaft. Die Verarbeitung von Schweinefleisch ist traditionell verankert und findet sich in regionalen Gerichten wieder. Die Piazza Plebiscito diente lange als Ortszentrum mit öffentlichen Ämtern, bis sich die Verwaltung ab den 1960er Jahren in neuere Stadtteile verlagerte.

Übersicht Shopping in Tursi

Tennis mit Meerblick
Tennis mit Meerblick
Yoga mit Meerblick
Yoga mit Meerblick

Mobilität & Verkehr

Die Bahnstation Policoro-Tursi an der Bahnlinie Jonica befindet sich in Policoro; ursprünglich hieß sie Tursi-Policoro und erhielt 1961 ihren heutigen Namen. Die Straße SS 598 Fondo Valle d’Agri erschließt die nördliche Seite entlang des Flusses Agri, die SS 653 Valle del Sinni die südliche entlang des Sinni. Beide sind über die Strada provinciale 154 erreichbar. In der Altstadt prägen enge, gepflasterte Gassen das Straßenbild.

Lage & Umgebung

Auf Hügeln zwischen zwei Flusstälern gelegen, wird das Stadtgebiet im Norden vom Agri und im Süden vom Sinni gerahmt. Der Agri speist die Diga di Gannano, der Sinni die Diga di Monte Cotugno. Die ionische Küste liegt etwa 20 km vom Ortskern entfernt. Die Temperaturen sind gemäßigt mit durchschnittlich 7,4 °C im Januar und 25,5 °C im August. Nördlich liegt Montalbano Jonico, östlich Policoro, südlich jenseits des Sinni Rotondella.

Tipps & Geheimtipps

Geheimes Flussbad im Grünen
Geheimes Flussbad im Grünen

Im Rione Petto steht das Oratorio San Filippo: Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet, diente das dreigeschossige Gebäude im 19. Jahrhundert als Missionshaus. Den arabischen Einfluss auf Sprache, Bauweise und Essgewohnheiten trägt die Stadt bis heute in sich – das arabisch-muslimische Erbe prägt Tursi in seinen Bauten, Sitten, Essgewohnheiten und im lokalen Dialekt.

Fazit

In den Altstadtvierteln überlagern sich byzantinische, arabische, normannische und frühneuzeitliche Spuren. Tursi bietet lokale Küche und Ortsbräuche sowie einen kleineren Ortskern als umliegende Zentren. Die nächste Bahnstation befindet sich in Policoro; der öffentliche Nahverkehr ist eingeschränkt.